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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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II, Japan .

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leitet wurden, führten zu der Emission einer Sterlinganleihe in(iprozentigen Schatzscheinen im Betrage von 10 Millionen Pfnnd Ster-ling ^ etwa 1»<> Millionen Aen, Tie Hälfte der Anleide wurde inLondon emittiert durch ein Syndikat, den, die II<>i>^!«u>u u,u>.^dungbui Lanlvlug ('ornoi'atiou, die ^olcobuina Lpooio Lank und?si'i''s Lank angehörten i die andere Hälfte wurde von einem amerika-nischen Syndikat, bestehend ans dem Bankhaus Kuhn, Loeb Co,, derXational Litx Lank und der Lank cit (!vininei^e, iibernomuien,

Tie Schatzscheine sind spätestens nm 5, April 1911 einzulöseu, jedoch hat sich die japanische Regierung das Recht vorbe-halten, sie schon vom ö. April 1997 au nach vorausgegangener sechs-monatlicher Küudiguug zurückzuzahlen. Japan hat sich also dem-selben Mittels bedient, das auch Rußland bei seiner Geldbeschaffungim Anleihewege angewendet hat: der Begebung kurzfristiger Schatz-scheine, die durch eine relaliv hohe Verzinsung der augenblicklichenLage Rechnung tragen, ohne den Staat für eine lange Reihe vonJahren über die Kriegszeiten hinaus mit dem jetzt zn gewährendenZinsznfchlag zu belasten.

Für den Dienst dieser Anleihe haften die japanischen Zollein-künfte.

Der Begebungskurs wurde auf 98>/> Prozent festgesetzt!') diejapanische Regierung übernahm die Zahlung einer 2prozentigeuGarantieprovisiou, so daß sich für sie der Reinerlös aus der Anleiheauf 91^/> Prozent stellte. Unter Berücksichtigung der spätestens am5, April 1911 erfolgenden Rückzahlung zu Pari stellt sich die effektiveVerzinsung für die Zeichner auf 7,-1 Prozent; sollte die Rückzahlungzn Pari schon im Jahre 1997 erfolgen, fo würde sich die effektive Ver-zinsung auf mehr als 8 Prozent erhöhen.

In Anbetracht des Umstandes, daß die Auleibe aus englischeWährung lautet, für die Überuehmer mithin ein Valutarisiko auf-geschlossen ist, daß ferner in den im Vergleich zu den Zinse» recht er-heblichen japanischen Zolleinkünften eine besondere Sicherheit für dieAnleihe bestellt ist, müssen diese Bedingungen als außerordentlich

*) Nach einer Mitteilung desBerliner Börsen-Courier" vom 13, Mai 1904 be-trugen die Einzahlungen auf die japanische Anleihe nach einer Anzahlung von 5 Prozent:bei Zuteilung 15 Prozent, am II, Juni und 11, Juli je 25 Prozent, am 15, Augustdie restlichen W^/s Prozent,