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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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219
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III. Der internationale Geld- und Kapitalmarkt. ^1<)

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Frankreich gegangen ist, wo es die Geldslüssigkeit zuguusteu derrussischen Anleiheoperation verstärken half.

Das von der russischen Finanzverwaltung mit besonderer Geschick-lichkeit durchgeführte System, das Geld siir die im Jnlande nnd aufdeni Kriegsschauplätze zu leistenden Kriegsausgaben im Jnlande znbeschaffen und für die im Auslande zn bewirkenden Zahlungen Aus-landsanleihen auszunehmen, um auf diese Weise weder dem inländischen Verkehr durch Gcldversendnngen nach außerhalb Mittel znentziehen, noch den ausländischen Geldmarkt, ans dessen gute Stim-mung man angewiesen war, mit starken Goldentnahmen zu bedrohen, dieses System erscheint so einfach und natürlich, daß man darüberkein Wort würde verlieren dürfen, wenn es auch in frühereu Kriegengehaudhcibt worden und wenn es nicht in diesem Falle zum erstenMale bewußt und planmäßig zur Anwendung gekommen wäre. Das-selbe gilt von der Art und Weise, in der diese Dispositionen ver-wirklicht worden sind. Rußland, und seinem Beispiel folgend anchJapan , haben ihre Kreditoperationen auf dem internationalen Geld-markte mit einem Minimum von Störungen durchgeführt, indem siedie auf ihre Anleihen eingezahlten Gelder auch nicht einen Augen-blick immobilisierten, sondern sie durch ihre Baukiers im Wege vonAuszahlungen oder kurzfristigen Ausleihungen alsbald wieder demGeldmarkte zur Verfügung stellten. Auch dieses Verfahren erscheintselbstverständlich. Man brancht sich aber uur zu vergegenwärtigen,wie es in Deutschland nach dem Krieg von 1870/71 mit den Ein-gängen ans der französischen Kriegskostenentschädigung gehaltenworden ist; diese große Finanzoperation hat den internationalenGeldmarkt nicht nur durch die unvermeidliche Verschiebung des Ni-veaus der Umlanfsmittel in den einzelnen direkt und indirekt betei-ligten Ländern großen Störungen ausgesetzt, sondern die Störungenwurden noch dadurch verschärst, daß die siir das Reich damals maß-gebende preußische Finanzverwaltnng die ihr zufließenden Summenzeitweise in Beträgen von Hunderten von Millionen Mark in ihrenlassen immobilisierte, statt sie möglichst bald dnrch bankmäßige Ver-mittelnng dem freien Verkehr zurückzugeben. Wie das entgegen-gesetzte Verfahren der russischen Finanzverwaltnng auf den PariserGeldmarkt wirkte, darüber schrieb Herr Germain am 1. Januar 1W5in derNeuen Freien Presse ":