Druckschrift 
Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
Entstehung
Seite
235
Einzelbild herunterladen
 

Schlusjbetrachtungen, HZZ

fnnden hat? aber dcis lag an dem Schiffs- und Menschenmaterial undnicht an dein Geldc, mit dem diese Flotte ausgerüstet und ausgesendetworden war. Jedenfalls wurde es Rußland nur durch seine finanziellgünstige Position ermöglicht, mit der Entsendung dieses Geschwadersgewissermaßen auf eine neue Entscheidung anzutragen, die bei einemgünstigen Ausfall den verlorenen Krieg zu einem gewonnenen hättemachen können. Im Gegensatz dazu zeigt sowohl der enorme Kurs-rückgang der japanischen Staatsanleihen zu Beginn des Krieges alsauch der weitere Verlauf der Kursbewegung iu seinen Einzelheitenmit hinreichender Deutlichkeit, was Japan von einem einzigen größe-ren militärischen Mißerfolge zu erwarten gehabt hätte. Es sei nurauf den erheblichen Kursrückgang der japanischen Werte hingewiesen,der eintrat, als nach dem großen Sieg bei Liauhang die russischenTruppen zwischen Lianyang nnd dem Schaho einige unbedeutendeTeilerfolge errangen. Das Versagen der Finanzkraft nach einemmilitärischen Mißerfolg hätte aber den Japanern eine kraftvolle Fort-setzung des Krieges kaum gestattet! es wäre ihnen unmöglich gewesen,die beträchtlichen Mittel aufzubringen, die sie benötigten, um ihrergewaltigen Armee in der Mandschurei die volle Aktionsfähigkeit zusichern und gleichzeitig ihre Flotte gegenüber dem herannahendenBaltischen Geschwader wieder instandzusetzen und sie in monatclangerGefechtsbereitschaft zu halten. Aber obwohl diese Eventualität nichteintrat, obwohl Japans Finanzen durch seine Waffenerfolge gestütztwurden, hat sich die finanzielle Schwäche doch in einer gewissen Be-schränkung seiner militärischen Stoßkraft gezeigt. Um das extremsteBeispiel zu wählein Japan war auch nach der völligen Niedcr-kämpfung der russischen Flotte nicht in der Lage, die Fahrt des Balti-schen Geschwaders durch einen Gegenbesuch in den Gewässern der Ost-see zu beantworten und durch ein Erscheinen seiner Flotte vor Kron-stadt und den russischen Hafcnplätzcn den letzten und stärksten Druckauf seinen Gegner auszuüben. Es mögen gewisse technische Bedenkengegen einen solchen Plan gesprochen haben: daß er an sich nach derVernichtung der russischen Flotte durchführbar war, kann Wohlkeinem Zweifel unterliegen. Hier waren es die Finanzen, die einensolchen Gedanken von vornherein nicht wach werden ließen.

Vor allem aber zeigte sich die finanzielle Unterlegenheit Japansbei den, Friedensschluß. Das Znstandekommen des Friedens zu