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Reden und Aufsätze aus dem Kriege / Helfferich
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Nehmen wir den britischen Gesamthandel! Die Zahlen fürden März fehlen noch; aber auch der Februar sagt bereits genug.

Die britische Einfuhr betrug im Januar d. J. 90 MillionenLstr., im Februar nur noch 70 Millionen Lstr., die Ausfuhr istvon 46 auf 37 Millionen Lstr. gesunken in Ein- und Ausfuhrein Rückgang von mehr als 20% im ersten Monat des U-Bootkrieges.Dabei hat sich die Steigerung aller Preise seit dem Beginn des'U-Bootkrieges in verschärftem Tempo fortgesetzt, so dass manden Rückgang der Einfuhrmengen von einem Monat auf den andernmit 25% wohl nicht zu hoch veranschlagt. Die Ziffern der Ein-und Ausfuhr bestätigen also meine Annahme des Rückganges derTonnage des Seeverkehrs der britischen Häfen

Die britische Regierung hat mit drastischen Mitteln, mit rigo-rosen Einfuhrverboten für alle minder wichtigen Dinge, versucht,die Schmälerung der Zufuhr von den lebenswichtigen Einfuhr-gütern fernzuhalten. Der Versuch kann nur unvollständig Ige-lingen.

Im Jahre 1916 kamen von einer Gesamteinfuhrmenge von42 Millionen Tonnen allein auf die drei wichtigen WarengruppenNahrungs- und Genussmittel, Holz und Eisenerz rund 31 Mil-lionen Tonnen, auf alle übrigen Güter und darunter sind kriegs-wichtige Dinge wie andere Erze und Metalle, Petroleum, Baum-wolle und Wolle, Kautschuk nur 11 Millionen Tonnen, also nurrund ein Viertel. Ein Rückgang der Einfuhrmenge um ein Viertel,wie ihn der erste Monat des uneingeschränkten U-Bootkriegesbrachte, muss also auch die für die Kriegführung und das Lebenunentbehrlichen Dinge treffen.

Der Rückgang der Einfuhren im Februar 1917 gegenüber demFebruar 1916 beträgt:

bei Wolle 17%, bei Baumwolle 27<y 0 , Flachs 38 %, Hanf 48o/ 0j Jute

74o/o, bei Wollstoffen 83%;bei Kupfer und Kupfererz 49%, bei Eisen und Stahl 59%; über

die Einfuhr von Eisenerz werde ich genauere Zahlen mitteilen;bei Kaffee 660/0, bei Tee 41<y 0 ;bei Rohzucker 10%, raffiniertem Zucker 90%;bei Rindfleisch 17<y 0) bei Butter 21,%,, bei Schmalz 21%, bei Eiern

39o/o;bei Holz 42%.