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Rede des Staatsministers Dr. Helfferich über die deutsche Volkskraft : geh. am 11. Okt. 1918 vor den Vertretern der Kriegsanleihe-Werbeorganisationen von Groß-Berlin und Brandenburg / [Karl] Helfferich
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aber im Verhältnis zu den unzerstört gebliebenen Werten ver-schwindend gering sind. Es kommen an eigentlichen Zerstörun-gen noch hinzu die versenkten Schiffe und, was in der Wirkungauf dasselbe herauskommt, die vom Feinde weggenommenenSchiffe. Im übrigen sind die gewaltigen Werte, die in unseremnutzbaren Grund und Boden und seinem Zubehör, in Berg-werken, in Gebäuden, Fabriken, Meliorationen, Eisenbahnen,Land- und Wasserstraßen usw. stecken, vor Zerstörung bewahrtgeblieben.

Neben der eigentlichen Zerstörung haben wir in Betrachtzu ziehen den Verbrauch und die Abnutzung.

Die Absperrung von ausländischer, namentlich überseeischerZufuhr und die Inanspruchnahme aller verfügbaren inländi-schen Arbeitskräfte für die unmittelbaren Kriegszwecke habenuns gezwungen, von den sehr erheblichen Beständen zu leben,über die wir vor Kriegsausbruch in Fabriken, Lagern, Kauf-läden, Einzelhaushaltungen verfügten. Unsere Bestände anRohstoffen und Halbfabrikaten, Nahrungs-, Futter- und Ge-nußmitteln und sonstigen Verbrauchs- und Gebrauchsartikeln,namentlich solchen überseeischer Herkunft, sind aufgezehrt oderstark gelichtet. Auch in den Viehbestand unserer Landwirt-schaft haben wir stark eingreifen müssen. Selbst Dinge, dienormalerweise nicht für den Verbrauch bestimmt sind, sondernin Betrieben und Haushaltungen dem dauernden Gebrauchdienten, wie Kupferteile von Maschinen, kupferne Geräte, selbstDenkmäler und Kirchenglocken, sind für Kriegszwecke heran-geholt und aufgebraucht worden.

Starke Wertminderungen wirtschaftlicher Anlagen allerArt sind während des Krieges aus einer Reihe von Ursachenentstanden, Fabriken, Maschinen, Eisenbahnen sowohl derBahnkörper wie das rollende Material haben durch die fort-gesetzte intensivste Anspannung und die ungenügende Unter-haltung und Erneuerung eine Abnutzung weit über das nor-