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Die W o r t e e i n e s W i l s o n! Sie konnten sich ja nicht ge-nug tun in Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Versöhnlichkeit. Er wollteja einen Frieden, der „die Zustimmung der ganzen Menschheit findet^.Er hatte ja erklärt: Ein Frieden, der dem unterlegenen Teil aufge-zwungen wird, würde ein Rachegefühl zurücklassen, auf dem derFriede wie auf Flugsand ruhen würde"! Er wollte ja keinen Unter-schied zwischen großen und kleinen, starken und schwachen, siegreichenund besiegten Nationen! Er erstrebte ja eine neue Weltordnung, in derVernunft, Gerechtigkeit und das Gemeinwohl der Menschheit regiert,ein „gleiches Recht der Völker auf Freiheit, Siä >rheit, Selbstverwal-tung, auf gleiche und gerechte Beteiligung an den wirtschaftlichenMöglichkeiten der Welt"; ja er hatte hinzugefügt: „selbstverständlichmit Einfluß des deutschen Volkes, wenn es diese Gleichberechtigungannimmt und nicht nach Gewaltherrschaft strebt." Er hatte übervauptgedenüber dem deutschen Volk die beste und freundschaftlichste Gesin-nung bekundet. Er hatte erklärt, daß Amerika „auf TeutschlandsGröße nicht eifersüchtig sei" und uns „keine Errungenschaft auf demGebiete der Wissenschaften und des Unternehmungsgeistes neide"; daßer uns „kein Unrecht tun oder irgendwie den rechtmäßigen Einflußund die rechtmäßige Macht Deutschlands , sei es mit den Waffen, seies mit feindseligen Handelsmaßnähmen, bekämpfen wolle." Er l)<ltt«sogar wiederholt seine „Bewunderung" für das deutsche Volk ausge-drückt! Nur machte er einen Unterschied zwischen dem deutschen Volkund seinen „militärischen Gewalthabern" und „autokratischen Monar-chen". Von diesen habe das amerikanische Volk „unduldbares Un-recht" erlitten. Aber dafür sollte am deutschen Volk keine Vergel-tung geübt werden. Er hatte immer und immer wieder zu verstehengegeben, daß der Krieg nur den „Herren Deutschlands " gelte, unddaß das deutsche Volk jederzeit einen billigen und ehrenhaften Frie-den haben könne, wenn es sich entschließe, sich von seinen „Herren "zu trennen.
Alle diese Reden wurden dem deutschen Volke in voller Aus-führlichkeit und mit einer Gewissenhaftigkeit übermittelt, deren in derganzen kriegführenden Welt nur die deutsche Regierung fähig war.Das schwer kämpfende und leidende deutsche Volk horchte allmählichauf. Sollte von Wilson das Heil kommen? Und der neue Frie-densmessias fand in Deutschland begeisterte Propheten und Traban-ten, die vor ihm Herzogen und das Weihrauchfaß schwangen. Esverschlug nichts, daß seine Taten mit seinen Worten so gar nicht inEinklang standen, daß der Mann, der uns wegen des U-Biootkriegesden Krieg erklärt hatte, als neutraler Behuter des Völkerrechts keinenFinger gerührt hatte, um die ruchlose britische Hungerblockade zustoppen, daß mit seiner Duldung neutrale amerikanische Granatenund Giftgase ungezählten braven Deutschen das Leben gekostet hatten.Maximilian Hardeu, dieser verhängnisvollste unter denVerderbern des deutschen Geistes, verkündete unentwegt das Lvb des