Die Baumwollfrage.
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Taxe ergeben: „lull)? ^ooä MiäälivA, etwa 30 min Stapel, Wert am 25. Februar 190475 Pfennig pro ^/s Der Ernteertrag des ersten Versuchsjahres hat 25 000 Pfundentkernte Baumwolle ergeben, die Ernte des zweiten Bersuchsjahres stellte sich auf50 000 Pfnnd, 1903 wurden 100 000 Pfund erzielt, die jetzt hereinkommende Erntevon 1904 wird auf 200 000 Pfund geschätzt,' und in diesem Jahre ist es gelungen,die Anbaufläche aus das Fünffache zu vermehren, so daß für 1905 eine Ernte von etwa1 Million Pfund erwartet werden kann. Auch diese letztere Menge ist, absolut ge-nommen, noch verschwindend klein, aber die rasche und progressive Zunahme der Pro-duktion berechtigt zu guten Erwartungen für die Zukunft.
Am 24. März 1902 tagte in Berlin eine von der Kolonialabteilung desAuswärtigen Amts einberufene Kommission von Sachverständigen uud Interessentenauf dem Gebiet des Baumwollanbaus, des Baumwollhandels und der Baumwollindnstrie.Ans Grund der Ergebnisse und Beschlüsse dieser Konferenz hat das Kolonialwirt-schaflliche Komitee seine Arbeiten noch im Jahre 1902 auch auf Deutsch-Ostafrika ausgedehnt. In dieser Kolonie bewegen sich die Arbeiten des Komitees zum Teil aufeiner anderen Basis als in Togo . Der Stand der Bevölkerung läßt dort von der Baumwoll-kultur iu der Form eines selbständigen Kleinbetriebs der Eingeborenen, wie er in Togo so gute Erfolge verspricht, für die nächste Zeit noch nicht allzuviel erwarten. GünstigereAussichten bieten hier die mehr nach Art von Plantagen betriebenen, von Europäerngeleiteten und mit farbigen Arbeitern wirtschaftenden Versuchspflanzungen, wie sie so-wohl von einzelnen europäischen Farmern als auch von Kommunen und Missioneneingerichtet worden sind. Frühere Versuche dieser Art sind großenteils an dem Mangeleines systematischen Vorgehens und einer planmäßigen Zusammenfassung und Sichtungder gemachten Erfahrungen gescheitert. Das Kolonialwirtschaftliche Komitee hat imJahre 1903 auch hier eine Baumwollinspektion eingerichtet, die ebenso wie in Togo von einem deutsch -amerikanischen Baumwollfarmer geleitet wird und der außerdemein landwirtschaftlicher Assistent und ein Maschinentechuiker zugeteilt sind. Die Inspektionhat die Aufgabe, den einzelnen Pflanzungen mit sachverständigem Rat znr Seite zustehen und deren Erfahruugen zu verwerten. Außerdem unterstützt das Komitee dieBanmwollsarmer durch die Gewährung von Anbauprämien, durch die unentgeltlicheÜberlassung von Saatgut und Lieferung von Ginmaschinen und Baumwollpressen;ferner dadurch, daß es den Pflanzern jede Menge Baumwolle zu bestimmtenPreisen abnimmt. Zur Zeit wird in der Kolonie ein Zentralginstation mit, Dampfbetrieb errichtet. Außerdem sind bei den verschiedenen Pflanzungen bereits26 Ginmaschinen und 23 Pressen im Betrieb. Insgesammt sind in den Küsten-bezirkeu über 2000 lia bereits mit Banmwolle bestellt. Das Komitee bereitet eineBanmwollkultur großen Stils in Rufiyi-Delta vor, wo nach dem Urteil der Sach-verständigen allein etwa 700 000 u-i, vorzügliches Baumwollland zur Verfügung stehensollen. Auch hier wird ein Deutsch-Amerikaner, der bisher im Dienste der Regierungder Vereinigten Staaten eine Baumwollversuchs- uud Lehrstation in Texas geleitethat, mit der Durchführung der Aufgabe betraut werden. Das Komitee verwirklichtalso, soweit die Leitung seiner Versuche in Betracht koinmt, mit der Heranziehungdeutsch-amerikanischer Sachverständigen den Gedanken, den Fürst Bismarck schon im