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haben und zur Abwehr dieser Beschuldigung hat Erzberger inder Deutschen Allgemeinen Zeitung folgendes ausführen las-sen: „Die Bemühungen um die Kundgebung erfolgten nacheingehenden Rücksprachen mit dem Reichskanzler von Beth-mann , der sie als Kampfmittel gegen die Alldeutschen billigte,mit den Staatssekretären Graf Roedern und Dr. Solf undauch mit Dr. Helfferich /der ein halbes Jahr vorher seinerDenkschrift gegen den U-Bootkrieg eine Anzahl von Redenfür den U-Bootkrieg hatte folgen lassen und der sich gegen dieFriedensresolukion aussprach. Er weiß also am besten, öafzdie Aktion nicht ohne Benachrichtigung! der Reichsregierungerfolgt ist." Helfferich hat diese Behauptung für unwahr er-klärt und seinerseits behauptet, ldasz Erzberger die Regierungvon dem Bevorstehen der Friedensresolution nicht in Kennt-nis gesetzt habe. Erzberger hat darauf in der Deutschen All-gemeinen Zeitung vom 4. Juli ff. erwidern lassen.
..Schon ain 4. Juli 1917 hat Erzberger den Tatbestand dar-gelegt, der einige Tage später zu der bekannten Friedensreso-lution des Reichstag's führen sollte. Ueber alle diese Zusam-menhänge hat er nicht nur wiederholt mit den bereits genann-ten Mitgliedern der Reichsregierung ausführlich gesprochen,sondern hat sie auch vor den Kommissionsberatungen in derKonferenz im Reichsamt Äes Innern dargelegt. Der Bor -sitzende dieser Konferenz war Staatssekretär Helfferich. Esbleibt also bei unserer Feststellung: Bon der Friedensäktionim Zuli 1917 ist die Reichsregierung vorher verständigtworden."
Darauf erwiderte Helfferich: ..Die Behauptung, daß HerrErzberger seine Absicht, durch eine vomReichstagjzu beschließende Friedensreso.lution in diePolitik einzugreifen, der Reichsleitung vorher mitgeteilt habe,ist und bleibt eine glatte Unwahrheit." Eine solche Behaupt-tung, wie sie Helfferich hier formuliert und für unwahr er-