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England und wir : Rede über Wirtschaftskrieg und Wirtschaftsfrieden gehalten vor dem Verband des Einfuhrhandels am 16. März 1918 / von Helfferich
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größere Deutschland ,das wir heute wieder herzustellen^ zu verteidigen und zu sichernhaben, ist überall, wo vor dem Krieg ehrliche deutsche Arbeitgewirkt und gewaltet hat. Und wie wir nicht ans Uebermut'und Habsucht zu diesem größeren Deutschland herangewachsensind, so ist seine Verteidigung nicht etwa eine Sache, die nurdie Herrschenden und Besitzenden, die nur den Kapi->ta listen und Kaufmann angeht. Es handelt sich um an?,deres als um Prozente und Pfefferfäcke. Es geht um dasGrößte und das Geringste. Das ganze deutsche !Molk ist im Spiel. Diese Erkenntnis muß in alle Köpftgehämmert werden, wenn anders der kommende Friede uns'die Erholung von den Verlusten und Leiden des Krieges undden Wiederaufbau eines erträglichen Daseins gestatten soll.>

Erfreulicherweife macht diese Erkenntnis Fortschritte. DieBrutalität, mit der unsere Feinde in den letzten Monaten ihreAbsicht, uns nach dem Kriege wirtschaftlich zu strangulieren, voraller Welt kundgegeben haben, hat manchem die Augen geöffnet^der vorher nicht sehen wollte. Als vor einigen Wochen derfranzösische Handelsminister Element el seine wirtschafts-kriegerischen Pläne allzu deutlich enthüllte, da schrieb sogar der,,Borwärts":S!o lange die Ententeregierungen ernstlich'solche Ideen vertreten, kämpft der deutsche Arbeiter im Kampfgegen sie um sein tägliches Brot." Genau so ist es!Der Krieg geht nicht nur um unsere Grenzen, er geht um unser!tägliches Brot. Wir mögen heute unsere Grenzen behauptenund sichern: wenn uns der Friede nicht wieder bringt, wasdraußen in der Welt unsre Feinde uns genommen haben, wenner uns draußen in der Welt nicht die Freiheit unserer ArbeitUnd unseres Unternehmungsgeistes wiederherstellt, dann habenwir, trotz aller glänzenden Siege unserer Waffen, den Kriegverloren, dann ist das deutsche Volk für absehbare Zeit zum!jKrüppel geschlagen. Dann werden wir unsere Bevölkerung undunsere Lebenshaltung unter unsagbaren Zuckungen und Leidenzurückschrauben müssen; dann wird der Deutsche wieder Kultur-dünger für andere glücklichere Nationen werden; dann werdenKvir zurückgeworfen in das ohnmächtige Elend, aus dem unsereVäter und Großväter unser Volk in einer in der Weltgesch.iHtebeispiellosen Wiedergeburt herausgeführt haben.

Ist 'solcher Rückfall nicht ebenso schlimm' wie territoriale«Verstümmlung? Ist die Gegenwehr gegen solchen RückfalltMt ebenjo gut Verteidigung wie die Wacht an unseren