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teristisch ist, die Stelle aus Aristophanes hier anführe, auswelcher hervorgeht, daß es zu damaliger Zeit mit dem Münz-verhältuiß gerade so beschaffen war, wie im 17. Jahrhundert inEngland, im 18. Jahrhundert in Frankreich und im 19. Jahr-hundert in Oesterreich und wie es wahrscheinlich auch jetzt wie-der in Frankreich der Fall sein wird, wo, sobald zweierlei Münzenbestehen, von denen die eine nur Schein ist, während die zweiteden wirklichen Werth repräsentirt, die zweite sich sehr schnell indas Versteck zurückziehen und die schlechtere nur in den Händendes Volkes zurückbleiben wird. Es heißt in jener aristophani-schen Stelle: „Oftmals hat es mir geschienen, unserem ganzenStaat ergeht es ganz ebenso mit seinen Bürgern jedes Lobeswerth, wie es mit der alten Münze und dem neuen Gelde geht;denn auch jene, die doch wahrlich weder falsch ist noch zu leicht,ja die unter allen Münzen, die ich weiß, die beste ist und allemein gut Gepräge trägt und Klang und Geltung hat unter denHellenen allen und im Auslande überall — jene braucht ihrnicht mehr, sondern jenes schlechte Kupfergeld, gestern oder ehe-gestern ausgeprägt von schlechtem Klang." Wie zu Aristophanes Zeiten, so ging es auch in England unter den RegierungenWilhelm's und Maria's am Schluß des 17. Jahrhunderts. DasBeschneiden des Silbers war so allgemein geworden, daß mansich vergeblich bemühte, mit den schärfsten Strafen dagegen auf-zukommen. Es wird uns berichtet, daß an einem Morgen aufdem Platze der Hinrichtungen in London sechs Männer gehangenund eine Frau verbrannt wurde wegen Verschlechterung der imUmlauf befindlichen Münzen. Alle Anstalten, die man tras, umdem Unwesen Einhalt zu thun, waren aber vergeblich. Es warso leicht, in der Stille der nächtlichen Zurückgezogenheit dieMünzen am Rande abzuschleifen; und nachdem man, um dem
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