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zu entgehen, italienische Künstler hatte kommen lassen, welche amRande der Münzen charakteristische Merkmale zu machen ver-standen, waren die Gauner doch noch erfinderisch genug, aus allemögliche Weise den Münzen einen Theil des Silbers zu entzie-hen. Alle Anstrengungen, dem Treiben Einhalt zu thun, warenumsonst. Im Jahre 1696 war die allgemein umlaufende Münzesoweit heruntergekommen, daß 57,200 L Sterling, welche offiziell220,000 Unzen wiegen sollten, nur noch 114,000 Unzen wogen;eine englische Guinee, welche höchstens 22 Schilling kosten sollte,wurde mit 30 Schilling bezahlt. Vergeblich versuchte man, durchGesetze durchzusetzen, daß diese Münzen nicht höher bezahlt wür-den — Alles half nichts. Gegen das Interesse des Publikums,sich ein vollwerthiges Stück zu verschaffen und ein leichtwerthigesniedrig zu halten, helfen gar keine Gesetze. Versuche, mit Ge-setzen nach solcher Richtung zu wirken, haben sich immer voll-ständig unnütz erwiesen. Die Sache wurde endlich so schlimm,daß Niemand mehr wußte, was er eigentlich besaß, zu welchemPreise er kaufen sollte, ja daß in verschiedenen Orten Aufruhrentstand, indem den Bäckern und Fleischern, bei denen man dienothwendigen Nahrungsmittel einkaufen wollte mit dem ebenempfangenen schlechten Gelde, vergeblich von den Käufern dieangekündigten Preise geboten wurden. Auch die Kaufleute woll-ten dieses deteriorite Geld gar nicht mehr annehmen, so daß dieAngelegenheit endlich in's Parlament gebracht werden mußte, woaber auch die überzeugtesten Anhänger einer Reform erklärten:die Kur ist ebenso schlimm wie die Krankheit, wir wissen unsnicht zu helfen. Unter diesen Umständen war es ein Glück fürEngland , daß ein so ausgezeichneter Mann, wie der als Mathe-matiker, Astronom und Philosoph berühmte Newton sich bereit
, erklärte, die englische Münzreform zu übernehmen; daß er als
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