9
wurde, um dem zu begegnen, das sogenannte Marimum einge-führt, d. h. es wurde befohlen, daß die nothwendigen Lebensbe-dürfnisse zu einem bestimmten Preise in Assignaten verkauft wer-den mußten, welcher dieses Marimum nicht übersteigen durfte.Die unvermeidliche Folge eines solchen Dekretes war, daß dieKaufleute, die eine in sich werthvolle Waare besaßen, wie Ge-treide, Mehl zc., lieber gar nicht verkauften, als zu solchen Prei-sen. Nun wurde ein neues Gesetz erlassen: gewisse Waaren dür-fen von Produzenten nicht an die Kaufleute verkaust werden,das Getreide ist zu Markte zu führen. Die Bauern, denen esan Schlauheit nicht fehlt, ihr Interesse zu wahren, wußten sichdem zu entziehen, indem sie das Getreide nicht ausdroschen, son-dern auf dem Halme aufbewahrten. Ein neues Dekret, dasGetreide auszudreschen, wurde nun erlassen, und neue Schwierig-keiten fanden sich wieder, und so kam man, indem man sichimmer mehr von dem natürlichen Verhältniß der Beziehungender Interessenten zu einander entfernte, aus einer Absurdität in. die andere. In jener Zeit wurde auch die Erfindung gemacht,die in unsern Tagen*) in Paris wieder eine Rolle gespielt hat,es wurden sogenannte Brodkarten ausgegeben, welche den Vatereiner Familie, den Vorstand eines Haushaltes ermächtigten, vonAmtswegen an einer bestimmten Stelle eine Portion Brod zuerheben, und es wurde damals ebenfalls, wie die Berichte er-zählen, jene Einrichtung getroffen, von der wir jüngst in Paris wieder gehört und die Nachbildung gesehen haben, daß vor denThüren der Bäcker Stricke gezogen wurden, an welche die mitKarten versehenen Wartenden anfassen mußten nnd langsam vor-rückten, bis an sie die Reihe kam. Die Sitte, „Queue" zu bil-den, die auch bei den Theatern nachgeahmt ist, datirt aus jener') Während der Belagerung.
lssi)