17
schmolzen und zu den unvortheilhaften Preisen, die damals gal-ten, verkauft. Das benachbarte Belgien folgte diesem Beispiele,und in Frankreich erörterte man eifrig und ängstlich die Frage,ob man nicht ebenfalls zu dieser Maßregel greifen und zur allei-nigen Silberwährung zurückkehren sollte. Mittlerweile gestaltetesich das Phänomen so, daß das Gold eigentlich nicht im Preisefiel, daß das Werthverhältniß zum Silber dasselbe blieb und daßeine Verschiebung nur in der Weise eintrat, daß in den Ländern,die früher Silber und Gold neben einander hatten, das Silberallmählich verschwand und das Gold an dessen Stelle trat. Einegewisse geringe Verminderung des Goldes im Preise auf demWeltmarkte der Edelmetalle ging natürlich nebenher; ohne einesolche wäre, das oben bezeichnete Phänomen nicht denkbar gewesen;sie war aber im Verhältniß zu dem in Kalifornien und Austra-lien produzirten Golde äußerst gering. Frankreich sah im Laufevon 5 — 6 Jahren seine auf 3 —S000 Millionen geschätzte Geld-cirkulation, die bis dahin beinah ausschließlich aus Silber be-standen hatte, nach und nach in eine Goldcirkulation sich verän-dern. Das Silber wurde immer seltener im täglichen Verkehr,bei Zahlungen sah man nur noch 10- und 20Frankgoldstücke unddas Silber war ganz auf den Kleinverkehr der Scheidemünzezurückgedrängt, die allgemeinen Preisverhältnisse waren aber un-gefähr dieselben, die zwischen Gold und Silber etwas geringerals 15:1, das Silber war ein bischen theurer geworden, abernicht so sehr, daß man es im Kauf und Verkauf der gewöhn-lichen Lebensbedürfnisse bemerkte. Man hatte also vollständigGrnnd, sich Glück zu wünschen, daß man dem Rathe der Män-ner vom Fach damals nicht gefolgt war, die Praxis hatte dieTheorie bei Seite geschoben, und man machte die Entdeckung,daß das jetzt weit und breit zirkulirende Gold ein viel vortheil-
VII. 161. 2 (5S9)