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Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
Seite
50
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könne nichl wm'cn, ob er nicht morgen in die Lage komme, eine Maß-nahme zu treffen, sie gerade Sasjenige, was er in seinem Besitz habe,vorteilhaft bcriihre. Das kann sogar bei StaaiAamleihen seschehen.Bon Siesem rein theoretischen Gesichtspunkte aus Surfte er auch solchenicht haben, uns Sas verkennt man auch auf der Gegenseite nicht. Nurwird Sie Sache hier in einen speziellen Zusammenhang gestellt, indemman sagt:Du hast amtliche Kenntnisse privatim ausgenutzt." Das istavsolnt widerlegt.

Nun die Geldverteilung. Da haben wir in Ser Verhandlung auchweiigehenS auseinandergesetzt, Sah Erzberger -eine Treuhand-Gesell-schaft gebildet hat, die Sie Verteilung 'der Entschädigungsgolder unterZuziehun,; eines Neichskommissars vornahm, und daß er auf alle dieseDinge keinen Einfluß ausgeübt hat. In Ser Tat ist auch Sie Ent-schädigung nicht unter Umgehnng Ses Wirtschaftsministerinms be-schlossen worScn, Erzberger hat damals, als ex die Aktien gekauft hat,Sas tatsächlich nur deshalb getan, weil er Saran glaubte, daß wir SieHandelsflotte wieS erbe kämen. Das war seineSpekulation^, wennman Sas überhaupt eine Spekulation nennen will. Das war SieTendenz seines Handelns.

Da hat man gesagt:Du hast erfahren!, Saß es «ine Ent-schädigung gibt." Auf einen solchen GeSauken kann eigentlich Soch nurjemand hereinfallen, der gar nicht weiß, was dieseEntschädigung" be-deutet. Ich kann ja hier Sie Gesamtsumme, Sie Summe Ser Ent-schäSignngen, Sie Sen Reedern Ungesichert worden sind, nicht nennen,ich weiß sie im Grnnde auch nicht, wir wissen ja nur von Sen andert-halb Milliarden. Aber jeder ^Kundige weiß, -daß im Nahmen derMittel, Sie überhaupt verteilt werden können, es ganz ausgeschlossenist, daß Sie Reeder eine volle Entschädigung Serjeniacn Verluste er-halten, Sie sie durch Sie Wegnahm? ihrer Schiffe erlitten haben, Sennjeder Dampfer kostet heute Sas fünf-, zehn- oder zwanzigfache dessen,was er in Friedenszeiten gekostet hat. Und wenn man öcn Reedernalles das ^bezahlen müßte, was sie brauchen, um Ersatz für ihre Schiffezu haben, käme man auf Summen, die wir gar nicht in Ser Lage sind,zu bezahlen! Wenn man Sieses Moment berücksichtigt, ist Sie Be-hauptung, die gestern mein Gogner ausgestellt hat, Snrchans unrichtigund verfehlt, daß nämlich Erzberger, um Siese Knrssteigernng aus-zunützen, auf Sen Aktien sitzen geblieben sei. In Ser Zeit, wo Erzbergerdie Aktien gekauft hat, vom Januar Sezw. März bis November 1919,stud Sie Papiere um etwa 22 Prozent gestiegen. Und Sas soll auf derTatsache beruhe«, Saß man den Reedern Sie Entschädigung gegebenoder in Aussicht gestellt Hat? Das kann wirklich nur jemand sagen, Serdie Gründe der Kurssteigerungen nicht kenntl Kein Mensch, der mitdiesen Dingen an Ser Börse Bescheid weiß, wird eine einzige Mark, sowenig sie wert ist, mehr für diese Papiere geben, wegen Ser Entschädi-gung, weil nach Sem, was ich vorhin auseinandergesetzt habe, jedereinzelne weiß, Saß Sie Reeder für ihren Verlust überhaupt gar nichtentschädigt werSen können, weil das Reich diese Summen Surch seineMittel überhaupt nicht aufbringen kann, namentlich bei Sem derzeitigenBaiutastanSe. Die Kurssteigerung, von der Erzberger nur eine» sehrgeringen Teil mitgenommen hat, um Sparprämienanleihe zeichnen zukönnen er Hai die Papiere Ende November zu 114 verkauft,' heutestehen sie 1S0, wenigstens vor einigen Tagen, 'im Augenblick vielleicht

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