Utti> StaatZämter brachte, die ihnen früher verschlossen waren. Wenn ErzbergerSieser )von Gott und der Welt" angegangene und geplagte Mann, der Tausendengeholfen hat, ohne jeden Dank und ohne Rücksicht auf sich selbst, in den letztenIahren, als er noch nicht Minister. - war, auch einige durchaus nicht unerlaubteoder mn'Mle Geschäfte machte, die seine und seiner Familie Existenz sicherten, somögen es die ihm als unvereinbar mit seiner Stellung als Abgeordneter und„nicht wohlanständig" ankreiden, die selbst im vollen sitzen, oder die Neidham-mel, Äle es jedem vergönnen, der es durch Wissen und Fleiß zu etwas bringt.
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") Zentrumsabgeordneter Geheimrat Bitta in der „Schlesischen Volks-zeitung" vom 26. Februar.
Der „Oberschlesische Kurier" schreibt: „Mt jedem Tage des Helfstrict>
Prozesses wächst meine Hochachtung vor Erzberger, " sagte uns kürzlich ein alterParteifreund, der sich die Mühe macht» täglich Sie seitenlangen Prozeßberichteourchzulescn. „Das ist ein Mann! Ich weiß nicht, was ich mehr bewundernsoll, seine Talente, seine unermüdliche Arbeitsamkeit oder seine Nerdenkraft, diedas alles anShält!"
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Sozialistische Konesponbenz: Und was ist schließlich in den 23 VerHandlm'gstagen gegen Erzberger erwiesen worden? Mit Recht dürfte er 'darauf hin-weisen, daß eine Unzahl Abgordnetcr der Rechten in der Verquickung von Geschäftund Politik viel viel weiter gegangen sind, als er. Was da über den hessischenFinanzminister Dr. Becker, über Wassermann uud Zedlitz gesagt wurde, sind fest-stehende TiUsachcn. Ein alldeutscher Hauptschreicr, der Professor Licbig, hat dann auchganz naiv erklärt, mau dürfe keinen Anstoß daran nehmen, wenn „Abgeordnetenationaler Parteien und alldeutsche auf Grund bereits vorhandenen Vermögensin Aufsichtsräten sitzen und Tantiemen einstecken". Auch der Vorwurf oer Un-wahrhaftigkejt gegen Erzberger ist längst nicht so bewiesen wie Hclfsenchs Ober-staatsanwalt glaubt. In den Julitagen 1917 waren die Nerven der Politikerund Parlamentarier bis zum Reißen angespannt: denn man empfand 'dunkel,daß Deutschlands Schicksalsstunde geschlagen hatte. Ob man damals Betlunannhalten oder stürzen sollte, darüber hat man im Laufe weniger Stunden rioch vonganz anderen Leuten als Erzberger die widersprechendsten Urteile gehört.
Aus der Resolution des Zeiitrmnsvereins Berlin-Tegel vom 3. März:Ein Tageserfolg persönlicher Kampfesweise beweist nichts für oder gegen dieZweckmäßigkeit der von «diesen Personen vornehmlich vertretenen Politik. Dasletzte Urteil über den Charakter eines von Parteileidenschaften umbrandetenPolitikers» dessen Verdienste um Vaterland und Partei der Entscheidung zeitge-nössischer Gerichte entrückt ist, spricht die Geschichte.
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«) „Bolksstimmen" (Mannheim ), 25. Februar: Denn inan müßte nicht HerrnErzberger kennen, wollte man glauben, er verschwinde damit auf die Dauer vonder Oberfläche-, Herr Erzberger wird wieder kommen: über kurz oder lang, inder einen oder andern Form; und er. wird Herrn Helfserich und dessen Ge-sinnungsgenossen nichts schenken: sie dürfen sich darauf verlassen; seine Lebens-kraft ist, so nicht alles täuscht, no chlangc nicht verbraucht, und seine Geschicklich'keit und sein Wissen, die ihn seinen Gegnern so gefährlich machten, sind auch nochnicht zu Ende. Seine Widersacher täten deshalb gut, nicht M srüh zu jubeln:es ist noch nicht aller Tage Abenb für .Herrn Erzberger und bei Philipp! werdensie ihn wiedersehen.
„Neues Stuttgarter Tageblatt": Erzberger wird gehen, er wird aber betden nächsten Wahlen wiederkommen.
Sozialistische Korrespondenz: So wird denn Erzberger gehen, aber nichtsi!r immer. In längstens fünf Jahren ist er wieder Retchsminister.
5. 2.
Gelnma t Reimers G. m, b. H-, Becüii 8VV 6S.
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