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Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
Seite
77
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IM Hinblick auf deren Vertrauensuntmirdigkeit von der Entenite hohnlachendzurückgetviesen worden war, wer, ich frage, wer hat den Gedankenlanciert, daß nunmehr eine Kundgebung der Vertretung desdeutschen Volkes an die Stelle des versagenden Versuches der Re-gierung rieten müsse? Wer hat für diesen Gedanken gekampst, wer hat ihndurchgefochten, wer hat ihn zum Siege geführt? Herr Angeklagter, daswar der Wann, den Sie, ausgerechnet Sie, heute dem deutschen Volkeals seinen Feind darstellen wollen, wöbet Sie in eitler Selbstgesälligkci'tvergessen machen möchten, welch unrühmliche und katastrophale Rolle Sie inden Jahren 1916 und 17 zum Verderb unserer Kinder und Kindeskindergespielt ha'ben.

Um Ehre und Recht.

Das gesamte Trauerspiel des deutschen Volkes kann erst von der Ztt-kilnsl geschrieben werden. In diesem Drama werden sowohl der Staats«sekretär Helfferich als ich, aber auch dieser Prozeß, die Staatsanwälte unddas Gericht eine Rolle spielen. Ich habe das feste Vertrauen zum Gericht,daß es mir Gerechtigkeit gewähren wird, der ich mein Recht vor ihm gesuchthabe, unbekümmert darum, daß die Staatsanwaltschaft sich von ihrer undmeiner Anklage getrennt hat. Man hat ans dem Zusammenhang gerisseneVorgänge in eine irreführende Beleuchtung gerückt. Mein ganzes Seinund Wollen ist dem Vaterlande, der Kirche und den Hilfsbedürftigen ge,widmet gewesen» unterstützt vom Vertrauen der gröhlen Partei, zu der Mmich seit frühester Jugend bekenne, und von dem Viertranen der treuenWähler in meiner geliebten schwäbischen Heimat.

Zum VelikäZldms des Prozesses

fPressestimmen.)

')BvilMmme", EhenMtz, 19. Februar: Er hatte den Nachteil, die ganzeBeamtenschaft gegen sich zu haben, deren obrigteitsstaatühnliche Göttlichkeit er an-tastete, und was dem Bluisfreund aus dem Korps oder der Partei aus einenleisen Wink hin mit Kopsnicken gewährt wurde, darüber hat Erzberger lang-Noden halten und grobe Briefe schreiben müssen, welche von der Bürokratie sorg-fältig gesammelt wurden und jetzt von der gehässigen Dreckschleuder Helfferichsausgespritzt werden.

DieBerliner Boltszeitung" vom 1. März sagt dazu: Was für einenBienenfleiß inüssen da viele Beamte in vielen Aemtern entwickelt haben, um alledie Hölzer zu sammeln, aus denen Her Scheiterhaufen errichtet worden ist, um denallzu betriebseifrigen Matthias darauf zu verbrennen.

Finanzchronik" vom 16. Februar: Nichts lag näher, als daß die Wesensart Erzbergers im bürokratisch formalen Berlin i?i'r Geheimen RegierungsrSteBefremden erregen mußte.

Harden in derZukunft" vom ti. März: Nur den Aemtern (war Erzberger>ein Schrecken. Die bombardierte er mit Fragen, Rügen, mit Empfehlung unsWarnung. Manche nannten's Erpressung; spotteten ihrer selbst und wußten nichl,wie. Er kannte jeden faulen Fleck, hamsterte ans Höhen un>d Tiefen Verwend-bares, hatte Personalakten und konnte, als Berichterstatter der BudgetkommissionFreudenfeucr oder Scheiterhausen anzünde»».Erzberger hat geschrieben. Erz-

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