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Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
Seite
55
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stützen, baß Erzbeq-ger hier ettvaS veHirnptet hab«, das der Wahrbett nichtentsprochen hätte.

Fall DLsterVerg.

Der Herr Erste Staatsanwalt und nach -ihm der Berteidiger havenbestritten, daß dieser Major Düsterberg Her Untergebene des Präsidentender Wako war, der Erzbergex damals gewesen ist. Er w ar eS. Wer eSkann auch dahingestellt sein: Erzberger war jedenfalls davon überzeugt,daß alle die Beamten, die Hort arbeiteten, seine Untergebenen seien? unddas dnrfte er annehmen.

Nun bekommt er die Abschrift eines Briefes, -den Siieser sein wirk-licher oder mindestens vermeintlicher Untergebener hinter seinem Rückenan den Kriegsminister schreibt. Würde das ein Privatbrivf gewesensein, so würde ich Hie Benutzung für mindestens bedenklich gehaltenhaben. Erzberger bekam die Briefabschrift aber nicht als Privatmann,sondern als Minister und Politiker, und es war das allermindeste, Saßer sie dem Mann zustellte, an den daS Original gerichtet war-, nämlichdem Kriegsminister. Damit tat er nichts wei-ter, als dem Kriegsministerzu erkennen zu geben:Auch ich weiß, was in dem Briefe steht," undfügts hinzu:Ich verlange di<e Absetzung des Majors, ich dulde nicht.Saß ein solcher Mann mit Mir zusammenarbeitet, der hinter meinemRücken intrigiert," Nun mag Major Düsterberg sich für berechtigt ge-halten haben, seinem Chef, -dem Kriegsminister, Berichte zn schicken. ESwar das aber gar kein Bericht, es war wir konnten ja hier gar nichtdarauf eingehen ^ es war, um es knapp auszudrücken,ein Dolchstoßin den Rücken des Ministers".

Nun, mein» Herren, ich habe Ihnen vorhin einen an Charakter un>dStellung gewiß unverdächtigen Gewährsmann wie He:nrichv. Treitschke zitiert, und ich will Ihnen auch hier noch zwei Beispiele von ihm zitieren:Hat sich Friedrich der Große «entert, sächsische und polnische Agenten zubestechen und sich Briefe ans dem Geheimen Archiv in Dresden zn ver-schaffen? Hat Bismarck gezögert, Benedeiti wochenlang durch halb-wahre Zusagen hinzuhalten, bis er seine Pläne fertig hatte? Niemandhat ihnen dafür einen Makel angeheftet. In revolutionärer Zeitschreibt ein Offizier Hinter dem Rücken des Mannes, der in derverantwortlichsten und gefährlichsten Stellung Deutschlands an derSpitze der einzigen Behörde steht, die damals nach außen hin Anerken-nung genoß, einen solchen Brief, der die Stellung öeS Ministers unter-mindert, und dieser Minister das ist die Auffassung des Ersten Staats-anwalts soll mit dem Brief nichts besseres tun, als ihn in den Papixr-korb werfen? Ich will diese Auffassung nicht so charakterisieren, wie ichsie beurteile, denn eS würde vielleicht Verletzend sein. Aber auf denProzeß hier angewandt: Meine Herren, hat man sich denn in diesemProzeß geniert, solche Briefe zu benutzen?, sich geniert, den Brief zubenutzen, den sich der Hanptmann von Stephani ans doch offenbar nichtrechtmäßige Weise ans den Akten des KricysminffteriumS, wie er wört-lich sagte:besorgt" hatte? Mir ist, der ich als gemeiner Soldat imFelde war, der Ausdruck geläufig: Joder Soldat weiß, was eS heißt: Ichhabe mir eine Sachebesorgt". Und Hauptmann v. Stephani hat dochdie auf diese Weise erlangte Wissenschaft dem Herrn Angeklagten ange-boten. Ich will den Gedanken nicht weiter führen, aber jedenfalls:Dieser Offizier hat also dasselbe getan, um dessentwillcn der Zeuge

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