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Nein, es ist blos starrer Sinn, der sieb nicht bequemenkann, unter den Willen einer Mehrheit sich zu beugen,es ist alter Minister- und Regententrotz von Anno vor1866, und mit dem können wir unsere Zukunft nimmerbauen. Drum haben wir widerstanden. Wir müssenden Bundeskanzler in Schutz nehmen gegen Herrn vonBismarck. In späteren Tagen Avird er es uns danken.Sein Schmollen, wir tragen’s so leicht, wie er das unsre.Müssen doch am selben Karren ziehen! Ja wäre diePetroleumsteuer nur ein militärisches Bedürfniss, oderirgend ein angestammtes Jmvelchen. wie klein auchimmer, in der Krone der Hohenzollern , so hätte unsHerr v. Bismarck sicher gesagt: „Gern, liebe Herrn, vonHerzen gern! — aber, Sie verstehen, der König! esgeht nicht. Seine Majestät lassen nicht von der Petro-leumsteuer, es ist alte Hohenzollern -Ueberlieferung.“Nun ist aber zu des Bundeskanzlers Unglück bei Leb-zeiten des Burggrafen von Nürnberg das Steinöl nochgar nicht erschlossen geAvesen, und eine erbliche Vor-liebe für dessen Besteuerung in König Wilhelm nichtvorauszusetzen. Seien Sie überzeugt, Avenn der Grafunser Kompromiss angenommen hätte, der König hättees lieber gesehen als das Umgekehrte. Und so viel weissich: alle übrigen deutschen Regierungen würden sichgefreut haben über diesen Vergleich. Pflegen doch auchsonst nichts zu verschenken! Leiden nicht an Gemüths-