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acht Jahren Nichts daran geändert werden, und wiees mit diesem guten Willen da und dort beschlagenist, mögen Sie sich selbst überlegen. Fürwahr,dürfte man nicht einigermassen auf den guten Willender Ereignisse zählen, die sich der Aufgabe unterziehenwerden, an den Verträgen vor Ablauf des Terminszu rütteln, es sähe unfruchtbar um die nächste Zukunftaus. Aber diese acht Jahre werden nicht verlaufen,ohne uns eine Veränderung in Deutschland zu bringen,und jede Veränderung zum Guten oder zum Bösenmuss das Zollparlament in erster Reihe treffen. Bisdahin möge es immerzu das sein, als was wir vonder ersten Stunde an es erkannt haben: zunächst einlebendiges Sinnbild der Einigung für die ganze Nationauch über den Main hinaus; sodann eine praktischeVorschule künftiger politischer Bethätigung für daslebende Geschlecht. Sind wir doch nachgerade schierAlle darüber einig geworden, dass die richtige Füh-rung einer Nation nicht mit philosophischen Sätzenallein ausreichen kann; dass vielmehr, wie zu allenArbeiten dieser Welt, erfahrene Vertrautheit mit demtäglichen Haushalt dazu vonnöthen ist. Da hat mirJemand eben, ich vermuthe in der Absicht, halb michzu beschämen, halb mich zu bekehren, aus der gutenStadt Frankfurt herübergeschickt: die grosse Rede
Emilio Castelar’s über Republik und Monarchie, ge-
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