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das gemeine Wohl zu fördern, um ein Gewaltiges nä-her, als die, welche um die Definition der Freiheit undBrüderlichkeit streiten.
Sie denken wohl: diese Betrachtungen möchtenzwar an ihrem Platze sein in einer Parallele zwischendem Zollparlament und dem Plebiscit, im Uebrigen aberlägen sie Demjenigen fern, worüber mir eigentlich Ihnenzu berichten obläge. Aber Sie irren sich. Diese Ge-gensätze behaupteten ihre Stelle auch im Innern desZollparlaments und sie allein tragen die Schuld, wennunsere schon ganz leidlichen Endergebnisse nicht nochrühmlicher ausgefallen sind. Auch wir hatten unserePlebiscitomanen und Grundrechtsschwärmer in unsererMitte. Sie werden mich fragen: wie kommt Pilatusins Credo, das Prinzip in’s Roheisen? Hätt ich’s nichterlebt, ich wüsst’s Ihnen auch nicht zu sagen. Esgiebt aber Politiker, welche nicht bloss im Punkte derMenschenrechte nach dem Wahlspruch handeln: Allesoder Nichts! — sondern auch in Sachen der Baumwoll-preise, und welche aus Gesinnungstreue gegen den be-stehenden Kaffeezoll lieber einen Tarif verderben helfenals gegen ihre Kaffee-Ueberzeugung zu stimmen, mögensie auch von vornherein sicher sein, in einer wirkungs-losen Minorität zu bleiben. Ja, dieses Wohlgefallenan der blos äusserlichen Behandlung der Dinge unddie Gleichgültigkeit gegen deren thatsäclilicken Inhalt