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zu Gute kommen soll, und es giebt kaum ein wider-wärtigeres Schauspiel, als eine ganze Nation von sohohler Gaukelei in Anspruch genommen zursehen.
Allerdings sind wir nicht berechtigt, den Werthoder Unwerth grundrechtlicher Feststellungen nach die-ser Karrikatur zu beurtlieilen. Aber die Karrikaturenthüllt uns die schwachen Seiten des Originals, undsie mahnt uns im vorliegenden Falle an die Unzuläng-lichkeit der prinzipiellen Lösungen überhaupt. Nurscheinbar gehen diese den Dingen auf den Grand, inWirklichkeit bleiben sie stets auf der Oberfläche. Sach-kenntniss, Arbeit, Ehrlichkeit kommen dabei viel we-niger in Thätigkeit, als die Gewandtheit, mit dialekti-schen Formeln umzuspringen, und ein einziges falschesZwischenglied, zwischen Vor- und Nachsatz einge-schmuggelt, genügt, wie im gegenwärtigen Exempel,um aus den schönsten Voraussetzungen die verderb-lichsten Folgerungen zu entwickeln. Die Staatskunstdieser Gattung steht der Scholastik des Mittelaltersviel näher, als der modernen Wissenschaft, die ihreKunde von den Dingen von unten aufbaut und der Be-obachtung am Leben abgewinnt. Und darum zwar ver-richten wir noch keine Heldenthaten, w r enn wir Wochendamit hinbringen, abzuwägen zwischen wohlfeilen Werk-zeugen, wohlfeiler Nahrang und wohlfeilen Kleidungs-stücken, aber wir stehen dabei doch der ächten Methode,