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geht so weit, dass ein hochachtbarer AbgeordneterNamens seiner Partei gelegentlich dieser Abstimmungdie wunderliche Erklärung abgeben konnte: „er ver-wahre sich gegen das Kompromiss, welches hinter denCoulissen zu Stande gekommen sei.“ Das sollte heissen:es sei himmelschreiend, dass die verschiedenen einan-der entgegengesetzten Ansichten über Eisen, Reis, Kaffeeund Garnzölle, auch noch nach Schluss der öffentlichenSitzungen untereinander berathen hätten, um zu einerVerständigung zu gelangen. Wie muss eine Parteiim blossen Formwessen verrannt sein, um solche Vor-würfe auszuhecken! Und geräth man nicht unwillkürlichauf die Schlussfolgerung, dass wer die Wände des Sitz-ungssaales für Coulissen ansieht, in dem Sitzungssaalselbst ein Theater erblickt V Wer pur Tendenzpolitiktreibt, erliegt eben leicht der Versuchung, aus jederBerathung ein blosses Schauspiel zu machen und vielweniger Werth darauf zu legen, dass sie zur Verständi-gung unter den Parteien führe, als zu einer recht präch-tigen und greifbaren Aufpflanzung der Gegensätze. Weraber das Parlament für eine Werkstätte ansieht undnicht für ein Theater der Meinungen, der wird es nuranerkennenswerth finden, wenn die innerhalb der vor-gezeichneten Werkstunden und Werkräume nicht ge-zeitigte Arbeit durch fortgesetzten Fleiss, gleichviel inwelchen Mauern, zu Stande kommt. Das gerade hat