führten, brach er mit der bisherigen Tradition, indem er nicht einenneuen Speciesthaler einführte, sondern das Prägesystem völlig konformdem Rechnungssystem gestaltete. Während in den nach Thalern rechnendenLändern des Konventionsfußes in dem Speciesthaler wohl ein ^/g Thaler-Stück, im halben Speciesthaler ein 2/8 Thaler-Stück geprägt wurde,aber immer noch keine Münze, welche den Thaler selbst, nach welchemgerechnet werden sollte und gerechnet wurde, körperlich darstellte, war inder neuen friderizianischen Münzverfassung die Rechnungseinheit, derThaler von 1/14 Mark Feinsilber, zugleich auch die Grundlage des Präge-systems.
Der 14-Thalersuß, ursprünglich auf Preußen beschränkt, dehnte sichin der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts über ganz Nord- und Mittel-deutschland aus. Mit einer geringen Modifikation erhielt er sich alsweitaus wichtigstes unter den deutschen Münzsystemen bis zur Reformund ist die Grundlage unsrer heutigen Markrechnung geworden.
Längere Zeit als die übrigen Teile des heutigen Deutschen Reichsbrauchte Süddeutschland , um zu einigermaßen geordneten Münzverhält-nissen zu kommen.
Wohl fand hier der österreichische 20-Guldenfuß Eingang; Bayern schloß sich ihm sogar ausdrücklich durch die bereits erwähnte Konventionvon 1753 an. Aber die Verschlechterung des kleinen Geldes, welchesden wichtigsten Bestandteil des Umlaufes bildete, war hier bereits so weitvorgeschritten, daß der Konventionsthaler, welcher in Österreich 120 Kreuzer^ 2 Gulden galt, hier zu 144 Kreuzer ^- 2,4 Gulden gegeben undgenominen wurde. Der süddeutsche Rechnungsgulden entsprach also dem24sten Teil einer Mark Feinsilber. Gleichwohl waren für lange Zeit dieMünzen des Konventionsfußes die einzigen groben Silbermünzen, welchegeprägt wurden. Die Inkongruenz von Prägesystem und Geldsystemdauerte also in Süddeutschland noch fort.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfuhr der 24-Guldenfuß eineweitere Verschlechterung, und zwar durch die offizielle Zulassung derfranzösischen Laubthaler und der Brabanter Kronenthaler, welche nichtunwesentlich höher tarifiert wurden, als ihrem Silbergehalt entsprach.
Diese zu günstig tarifierten Münzen verdrängten bald das bessereKonventionsgeld; zu Anfang unseres Jahrhunderts fingen die einzelnensüddeutschen Staaten selbst an, Kronenthaler zu prägen. So bildetediese Münzsorte und ihre Teilstücke bald den wichtigsten Teil des Umlaufsvon groben Silbermünzen. Gleichwohl fuhr man fort, nach Gulden