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daß seine Ausmünzung in Frankreich nicht lohnte, genoß Frankreich vollund ganz den Vorteil der Goldwährung: einen überwiegenden Goldumlaufund einen ausreichenden Silberuinlauf.
Durch diesen befriedigenden Stand der Dinge mag der bimetal-listischen Partei, an deren Spitze die Bank von Frankreich, die Pariser Ilaurs ?inanes und der Fiuanzminister Magne standen, ihre Stellungbedeutend erleichtert worden sein.
Auf der anderen Seite kam die Begeisterung für einen Weltmünzbunddurchaus der französischen Goldwährungspartei zu gute. Die flagranteThatsache, daß ein solcher Bund nur auf Grundlage der Goldwährungzu erreichen war, mußte die Anhänger der Weltmünzeinheit für dieGoldwährung gewinnen.
Noch im März des Jahres 1867, unmittelbar vor der Pariser Konferenz, entschied sich eine von der französischen Regierung berufeneunter de Parieus Vorsitz tagende Münzkonferenz mit 5 gegen 3 Stimmenfür die Beibehaltung der Doppelwährung. Wie sehr aber die Regierungselbst damals schon einem Übergang zur Goldwährung geneigt war, daszeigen die Worte, welche Prinz Napoleon bei der Eröffnung der Pariser internationalen Münzkonferenz sprach. Er führte aus: Die Doppel-währung habe zur Zeit in Frankreich noch energische Vertreter, welchesicher dagegen wären, das Silber als Münzmetall ganz zu beseitigen.Es käme der französischen Negierung sehr zu statten, wenn sie sich vorder gesetzgebenden Versammlung auf schon geschlossene diplomatische Ab-machungen stützen könne, welche davon Zeugnis gäben, daß die Grundlageder alleinigen Goldwährung nicht nur in der Theorie sondern auch praktischvon einigen anderen Staaten acceptiert sei.
Der französische Senat hat später gezeigt, wie sehr die Befürchtungder Regierung gerechtfertigt war, bei einer völligen Preisgabe der Doppel-währung in dem gesetzgebenden Körper auf starken Widerstand zu stoßen.
Obwohl auf der Pariser Konferenz die vom Prinzen Napoleon ge-wünschten diplomatischen Abmachungen, abgesehen von der Präliminar-Konvention mit Österreich , nicht erfolgten, obwohl die Frage der Münz-einigung außerhalb Frankreichs vielfach auf große und unerwarteteSchwierigkeiten stieß, ließen sich die Anhänger der Goldwährung in derfranzösischen Negierung nicht von der weiteren Verfolgung ihrer Pläneabhalten. Im Jahre 1868 wurde eine neue Münzkommission eingesetzt,welche eine umfangreiche Enquete veranstaltete.