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Staaten biete", und noch im Juni 1869 fand ein gleichlautender Antragim Zollparlament Annahme.
Dieselben Beschlüsse des Volkswirtschaftlichen Kongresses und desHandelstages, welche den Übergang zum Fraukensystem in Vorschlagbrachten, empfahlen den Übergang zur reinen Goldwährung. DiePariser Münzkonferenz hatte die Währungsfrage, welche dem Handelstagim Jahre 1865 noch nicht völlig spruchreif erschienen war, geklärt. DieFrage, ob die Beschaffung eines hinreichenden Goldumlaufs, über derenNotwendigkeit nirgends ein Zweifel vorhanden war, durch Annahme derGoldwährung oder der Doppelwährung geschehen solle, war zu Gunstender Goldwährung dadnrch entschieden, daß selbst der niederländische Be-vollmächtigte Mees, der einzige, welcher gegen die Goldwährung auftrat,erklärte, für die Doppelwährung könne er nur dann stimmen, wenn siezur Grundlage eines Weltmünzbnndes gemacht werde, und diese Ansichtwurde damals allgemein von den Anhängern des bimetallistischen Systemsgeteilt. Die Möglichkeit eines Weltmünzbundes auf Grund der Doppel-währnng war jedoch völlig ausgeschlossen. Englands Haltung war scharfnnd klar zu G unsten der Goldwährung. In Frankreich waren die Anhängerder Goldwährung mindestens stark genug, um einen Münzvertrag aufGrund des bimetallistischen Systems zu verhindern. In den VereinigtenStaaten wurde von offizieller Seite die Undurchführbarst der Doppel-mährung proklamiert.
Unter diesen Umständen war für Deutschland der Weg vorgezeichnet.Sobald die Münzreform nicht zur Goldwährung führte, riskierte Deutsch-land eine Währuugs-Jsolierung. Die Thatsache , daß der Silberpreisseit der Mitte der sechziger Jahre laugsam von seinem hohen Standeherabging, verstärkte diese Gefahr. Deutschland hätte die Doppelwährungnicht wohl auf Gruud eines für das Gold günstigeren Verhältnisses ein-führen können, als das der französischen Doppelwährung zu Grundeliegende war. Bei der rückläufigen Tendenz des Silberpreises hätteDeutschland kein Gold an sich ziehen können und seinen überwiegendenSilberumlauf selbst dann behalten, auch wenn Frankreich und die anderenMünzbundstaaten ihr bimetallistisches System nicht preisgegeben hätten.
Sowohl vom Gesichtspunkte des Weltverkehrs als vom Gesichtspunktedes inneren Goldumlaufs blieb Deutschland , unabhängig von allemtheoretischen Für und Wider, keine Wahl als der Übergang zur Gold-währung.