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Relation ein Währnngsivechsel nicht verfügt werden. Man ist also ge-zwungen, auf das Wertverhältnis zur Zeit der mehr oder minder laugdauernden Beratungen über das Währungsgesetz zurückzugreifen, währendwelcher das Wertverhältnis selbst mancherlei Schwankungen erfahren kann.Die Willkür hat hier also einen gewissen Spielraum.
In dieser Frage, in welcher eine unbestritten richtige Lösung vonjuristischem Gesichtspuukt aus nicht vorhanden ist, nnd wo die Lösung,welche am besten begründet ist, in sich selbst noch nicht eine mathe-matisch feste und jede Willkür ausschließende ist, müssen allerlei andere,dem juristischen Gebiete fernliegende Erwägungen auf die praktische Ent-scheidung von Einfluß sein.
Ein Währuugswechsel darf ebeusoweuig, wie eiue Äuderuug desMnnzfystems bei gleichbleibender Währungsbasis, eine Verschiebung desGeldwertes bezwecken. Es muß vielmehr bei einem Währnngsivechseldie Absicht der Gesetzgebung sein, dem neueu Geld möglichst denselbenWert zu geben, welchen das alte Geld besessen hat.
Nuu ist es aber leicht denkbar, daß der Wert des bisherigenWähruugsmetalls in der Zeit vor dem Währnugswechsel heftige undabnorme Schwankungen durchgemacht hat, während Preise, Löhne u. s. w.sich diesen Wertvcränderungen noch nicht angepaßt haben. Es ist anderer-seits möglich, daß für die Zeit unmittelbar nach dem Währungswechseleine starke Wertverändernng des neuen Währuugsmetalls, vielleicht infolgedes Währungswechsels selbst, zu erwarten ist. In solchen Fällen kanndie Wahl einer von dem Wertverhältnis zur Zeit des Währuugswechselsabweichenden Relation im Sinne einer größeren Wertbeständigkeit desGeldes wirken. Allerdings ist die größte Vorsicht geboten, wenn mandiese Umstände in Rechnung ziehen will. Die Wertschwanknngen desGeldes lassen sich nicht einmal nach ihrer Richtung, geschweige denn nachihrer Größe mit Sicherheit feststellen, und über die zuküuftigcu Wert-bewegungen eines Edelmetalles sind überhaupt mir die unbestimmtestenVermutungen möglich. Die Berücksichtigung dieser Momente macht alsodie Wahl der Relation noch schwieriger als sie es ohnedies schon ist.
Durch diese Verhältnisse ist die Versuchung geschaffen, für die Wahlder Relation irgendwelche Nebenabsichten den Ausschlag geben zu lassen.Bei der deutschen Münzreform tauchte,? zahlreiche Relationsvorschläge auf,welche deu Zweck hatten, die neue Münzeinheit bei einem einfachen Ver-hältnis zur Thalerwährung gleichzeitig in ein einfaches Verhältnis zu