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unendlich wichtiger, daß wir mit der Einziehung der kleinen Banknoteirvorgehen."
Ob Banknoten oder Papiergeld, das machte für den in Betrachtkommenden Zweck keinen Unterschied.
Wenn nun seitens der Reichsregierung die Mehrausgabe von Reichs-kassenscheinen als unschädlich dargestellt wurde, so konnte das nur zurRettuug des unter großen Schwierigkeiten zu stände gekommenen Ent-wurfes geschehen.
Die Art der Verteilung des Reichspapiergeldes unter die Einzel-staaten und ebenso die diesen zu gewährenden Erleichterungen, die Punkte,welche im Bundesrat die Hauptrolle gespielt hatten, waren dem Reichs-tag an sich verhältnismäßig gleichgültig. Für ihu handelte es sich nurdarum, die Sache in einer den deutschen Geldverhältnissen zuträglichenWeise zu regeln. Erst dadurch, daß die „Erleichterungen" für dieEinzelstaaten mit den Interessen des deutschen Geldumlaufs zusammen-stießen, wurde der Reichstag veranlaßt, sich auch um diese Punkte zukümmern, die er sonst jedenfalls gerne der Vereinbarung der Regierungenüberlassen hätte. Für die Freunde der Münzreform im Reichstaghandelte es sich darum, mit dem Reichspapiergeldgesetz von vornhereindie als notwendig geltende erhebliche Verringerung des Papiergeldumlaufsherbeizuführen, und das konnte nicht geschehen, ohne den Verteilungs-modus des Reichspapiergeldes und die Art der Vorschußgewährnng andie Einzelstaaten zu beruhreu.
Man hätte sich dabei aus den strengen Camphausen'schen Stand-punkt stellen und von den Eiuzelstaaten verlangen können, sie sollten ihrPapiergeld aus eigenen Mitteln, deren sie ja infolge der Überweisungder Kriegsentfchädigungsgelder zur Genüge zur Verfügung hatten, ein-lösen. Aber dieses Verlangen trat im Reichstag nicht hervor. Geradedie entschiedensten Unitarier zeigten hier durch ihre Stellungnahme, daßeine weitherzige reichsdeutsche Gesinnung oft für die Einzelstaaten er-sprießlicher ist, als ein engherziger Partikularismus. Bamberger wendetesich gegen das kleinliche Abrechnen zwischen den Regierungen undmachte Vorschläge, welche dem Antrag Bayerns im Bundesrat ihremSinne nach entsprachen. Als eine andere Art der Verteilung des Reichs-papiergeldes als die im Entwurf vorgesehene seitens der Regierungmit Entschiedenheit zurückgewiesen wurde, und als auch ein VorschlagBambergers, diejenigen Einzelstaaten, welche mehr Reichspapiergeld er-hielten als sie Landespapiergeld einzuziehen hätten, sollten auf den so-