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angenehme Aufgabe gewesen sein, aber sie unterschied sich in keiner Be-ziehung von der regelmäßigen Geldbeschaffung für staatliche Zwecke, hatalso für uns kein besonderes Interesse.
Dagegen stellte die eigentliche Münzreform Aufgaben von bedeutendgrößerer Schwierigkeit.
Bei der Reform der Zettel, deren Wert nicht in ihrem Stoff, sondernin ihren rechtlichen Qualitäten beruhte, war die Beseitigung des bis-herigen Umlaufs gleichbedeutend mit seiner materiellen Vernichtung. Nach-dem ihnen durch die Außerkurssetzung ihre rechtlichen Eigenschaften ent-zogen waren, konnten sie als wertloses Nichts ins Feuer geworfen werden. —Bei der Umwandlung des Münzumlaufs dagegen handelte es sich darum,das wertvolle Material der zu beseitigenden Landesmüuzen in irgend-welcher Form zur Herstellung des Umlaufs von neuen Neichsgoldmünzenzu verwenden.
Durch den Währungswechsel wurde diese Aufgabe besondersschwierig und interessant.
Wie bei der Müuzgesetzgebung die Münzeinigung keine wesentlichenSchwierigkeiten bot, während der Währungswechsel die Lösung ver-wickelter Probleme erforderte, ebenso stellte bei der Durchführung derMünzreform die Münzeinigung fast ausschließlich administrativ-technischeAufgaben von geringer Bedeutuug, während die Aufgaben des Währuugs-wechsels das größte volks- und finanzwirtfchaftliche Interesse erweckenmüssen.
Infolge des beschlossenen Währungswechsels handelte es sich nichtum die vergleichsweise eiufache Aufgabe einer Umpräg uug des vor-handenen Müuzumlaufs, sondern um die Verwandlung desgrößten Teiles des vorhandenen Silberumlaufs in eiuenG o l d u m l a u f.
Wir wissen hellte auf Grund der Ergebnisse, welche die Einziehungvoil Landessilbermünzen während der Durchführung der Münzreformgeliefert hat, daß der deutsche Silberumlauf vor der Reform etwa 1530Millionen Mark betragen hat. Zieht man davon den Betrag ab, welchernach der damaligen allgemeinen Auffassung zur Herstellung des neuenUmlaufs von Silberscheidemünzen erforderlich war, einen Betrag, derhochgegriffen auf 450 Millionen Mark geschätzt wurde, so bleibeil etwa1080 Millionen oder etwa 6 Millionen Kilogramm Silber, die gegenGold auszutauschen waren.