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minister war, und der jetzt seit dein Sturze Thiers abermals dasFinanzministerium inne hatte.
Mit mehr Aussicht auf Erfolg erneuerte die Schweiz im Oktoberihre Forderuug auf Einberufung einer Konferenz der Münzbundstaaten.Die Konferenz trat im Januar 1874 zusammen.
Die Schweiz verlangte völlige Einstellung der Silberpräguug alseinen ersten Schritt zur reinen Goldwährung. Sie drang damit nichtdurch. Die Koufereuz beschloß, die Prägung der Füuffrankenthaler fürdie einzelnen Länder auf bestimmte Maximalbeträge zu kontingentieren,vorläufig nur für das Jahr 1874. Die Summe der Kontingente fürdieses Jahr betrug 140 Millionen Francs. Italien war dabei stark be-vorzugt.
Die Kontingente wurdeu für das Jahr 1875 etwas erhöht, für dasJahr 1876 ein wenig herabgesetzt^; ein Zusatzartikel zu dem Überein-kommen über das Kontingent von 1876 bestimmte, daß für das Jahr1877 bis zu»? Wiederzusammentreten der Konferenz die Hälfte der Kon-tingente von 1876 ausgeprägt werden dürfe. Dabei hatte es sein Be-wenden.
Die Ausnutzung der Kontingente war in den einzelnen Staaten eineverschiedene.
Die Schweiz prägte nur das ihr für 1874 zugewiesene Kontingentvon 8 Millionen Francs aus. Der Direktor der Brüsseler Münzstättemachte ihr den Vorschlag, er wolle die 8 Millionen Francs mit schweize-rischem Gepräge ausmünzen und in Belgien in Verkehr setzen. Als Er-satz für den der Schweiz dadurch entgehenden Münzgewinn infolge desniedrigen Silberpreises wolle er für jede Million 12.500 Francs zahlen.
Der Bundesrat lehnte diesen Handel ab.
Einen Teil des Kontingents prägte die Schweiz selbst aus. DenRest ließ sie auf eigene Rechnung in Brüssel ausprägen, indem sie dasSilber selbst beschaffte und an die Brüsseler Münze ^4 Prozent alsPrägelohn zahlte.
Auf die Ausprägung der Kontingente der späteren Jahre leistete dieSchweiz Verzicht.
Italien benutzte seine Kontingente zur Umprägung alter Silber-münzen und zur Ausmünzung von Silberbarren, die im Besitz seinerBanken waren.
! Auf Antrag Parieus wurde in Frankreich bereits 1875 bestimmt, daß nichtüber die Hälfte des Kontingents Münzscheine für 1876 sollten ausgegeben werden.