Teil eines Werkes 
1 (1898) Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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für alle weiteren aus die Hebung und Befestigung des Silberpreises ge-richteten Schritte. Die Antwort der englischen Regierung lautete ver-neinend, und aus Grund dieser Antwort beschloß der Bundesrat am2?. Januar 1896, der vom Reichstag am 16. Februar 1895 gefaßtenResolution keine Folge zu geben.

Bald darauf (am 17. März 1896) erklärte die englische Regierungim Unterhaus, daß eine Preisgabe der Goldwährung für England nachder einstimmigen Ansicht des Kabinetts ausgeschlossen sei, daß man aberbereit sei, wenn mehrere ausländische Staaten die freie Silberprägungwieder herstellten, die Öffnung der indischen Münzstätten und andereKonzessionen für das Silber iu Erwägung zu ziehen.

In der Hoffnung auf den sicheren Sieg des Bimetallismus iuEngland , Hoffnungen, welche sich namentlich an die Person Balfours,des ersten Lords des Schatzes anknüpften, hatten sich die deutschenBimetallisten selbst auf die Parole:Bimetallismus nur mit England "unwiderruflich festgelegt; freilich nicht ohne äußeren Zwang, denn einBimetallismus ohne England war sowohl bei der Regierung als auchim Parlament und in der öffentlichen Meinung ganz und gar aus-sichtslos.

Indem die englische Regierung ihren einstimmigen Beschluß, fürEngland an der Goldwährung festzuhalten, verkündigte, besiegelte sie denSchiffbruch der deutschen bimetallistischeu Hoffnungen.

Nur durch die Entwickelung in den Vereinigten Staaten wurde die Aufmerksamkeit für die Währungsfrage in weiten Kreisennoch aufrecht erhalten. Im Spätherbst des Jahres 1896 fand diePräsidentenwahl statt uud mit ihr die Entscheidungsschlacht zwischenGut Geld" undFrei Silber". Selbst nachdem der Kandidat der Silber-partei, Brvan, unterlegen war, schien die Frage noch nicht endgültigbeseitigt. Der neue Präsident, Mac Kinley, suchte sich aus innerpoliti-schen Gründen mit der Silberpartei zu halten und sendete eine Kom-mission nach Europa , um wegen eines bimetallistischen Abkommens zuverhandeln. Die französische Negierung zeigte sich geneigt, aufdie amerikanischen Vorschläge einzugehen, und der französische Gesandtein London erhielt Anweisung, gemeinschaftlich mit der amerikanischen Mission mit der englischen Regierung in Unterhandlungen einzutreten.Beide Staaten erklärten sich bereit, die Silberpräguug freizugeben undzwar auf Grundlage des Wertverhältnisses von 1 zu 15^2. Frankreich erklärte die freie Silberprägung in allen andern Staaten, auch in England