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20 °/o, und die Zweithalerstücke, von denen 17<Vo nicht zur Einlösunggelangten. Zusammengenommen wiesen diese drei Münzsorten einen Ab-gang von 21 °/o aus.
Auf Grund dieses Verlustsatzes schätzte die siebente Denkschrift denam Ende des Jahres 1878 noch vorhandenen Umlauf von deutschen Thalern(die österreichischen Thaler nicht inbegriffen) auf 351.153.000 Mark.
In der Reichstagssitzung vom 19. Juni 1879 stellte der Neichsbank-vräsident v. Dechend eine neue Schätzung auf, welche dadurch, daß siealle andern bisherigen Schätzungen weit überstieg, großes Aufsehen undstarken Widerspruch erregte. Er faßte die deutschen und österreichischenThaler zusammen und nahm an, ihr Gesamtabgang sei ebenso stark wiederjenige, welcher sich bei den Zweithalerstücken herausgestellt habe, also17 °/o. Aus dieser Grundlage berechnete er für Ende 1878 einen Thaler-vorrat von 476 Millionen Mark.
Abweichend von dieser ziemlich willkürlichen Übertragung des beianderen Münzsorten festgestellten Abganges auf die Einthalerstllcke wendete
Otto Arendt in seiner Schrift: „Die vertragsmäßige Doppel-währung"^, das an sich richtige Prinzip an, die Thaler je nach der Zeit ihrerPrägung in verschiedene Gruppen zu teilen uud für jede einzelne dieserGruppen den mutmaßlichen Abgang festzustellen.
In den Münzdenkschriften sind die Thaler in vier Gruppen geteilt,in solche aus der Zeit von 1750—1816, von 1817—1822, von 1823bis 1856, und in die seit 1857 geprägten Vereinsthaler.
Die siebente Denkschrift gab für diese einzelnen Gruppen folgendeZahlen:
Einthalerstllcke aus den Jahren
1750—1816
1817-1822
1823—1856
von 1857 ab
zusammen
Ausgeprägt . , .
64.380.936
24.261,735
91.031.741
215.863.120
395.537.532
Eingezogen vor undwährend der Mllnz-reforin ....
47.573.127
15.914.184
22.250.291
109.635.938
195,423.540
bleiben:
16.807.809
8.347.551
68.781,450
106.177.182
200.113.992
Diese Aufstellung leidet an einer kleinen Ungenauigkeit. Der ge-samte Betrag der von den einzelnen Landesregierungen vor 1857 ein-