Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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trage, und die der Silberkommission vorgelegte Denkschrift über denThalerumlauf hält diesen Satz aufrecht, Sie erblickt darin eine neueBestätigung dafür, daß der Abgang auch bei den deutschen Einthaler-stttcken sich ungefähr auf 17 °/o stellen werde. Auf Grund dieses Verlust-satzes berechnete sie den damals vorhandenen Thalervorrat (deutschen undösterreichischen Gepräges) aus etwa 403 Millionen Mark.

Um darzuthun, daß diese Schätzung nicht zu niedrig gegriffen sei,eine Annahme, die darin ihre Berechtigung finden könnte, daß für dieseit Mitte der sechziger Jahre geprägten Stücke ein Verlnstsatz von 17°/onicht angenommen werden kann, weist die Denkschrift darauf hin^,daß der angenommene Verlustsatz für die Thaler aus der Zeit von 1750bis 1822 viel zu niedrig gegriffen ist. Diese Stücke, welche, ebenso wiedie österreichischen Thaler, unausgesetzt bei der Reichsbank angesammeltworden sind, scheine«? ebenfalls so gut wie völlig aus dem Umlauf ver-schwunden zu seiu. Die Reichsbank hatte Ende April einen Bestand von372.000 Mark an dieser Sorte. Eingezogen sind bisher 196.753.000 Mark.Ausgeprägt waren 265.928.000 Mark. Der Abgang stellt sich also stattans 17 auf 26°/°.

Gegenüber dieser Denkschrift des Reichsschatzamtes stellte Arendt^eine neue Schätzung auf, welche seine Veranschlagung aus dem Jahre1880 durchweg als zu niedrig erklärt. Er berichtigte jedoch seine früherenAbgangsschätzungen nicht, sondern wendete zur Abschätzung des »och vor-handenen Thalervorrats eine ganz neue Methode an.

Es ist ganz augenscheinlich", heißt es in dem von Arendt vor-gelegten Aktenstück,daß im Verkehr nicht auf einen Thaler drei Ein-markstücke vorhanden sind. Auch ist es mir unzweifelhaft, daß mehrThaler zirkulieren als Zwei- und Fünsmarkstücke zusammengenommen".Er erklärte zu der Ansicht zu ueigen,daß wir mindestens soviel Thalerim Verkehr haben als Ein-, Zwei- und Fünfmarkstücke zusammengenommen".Ans Grund der zufällig ^ bekannt gewordenen genauen Angaben über dieZusammensetzung des Barvorrats der Neichsbank vom 10. Mai 1892 be-rechnete Arendt, daß abzüglich der in der Reichsbauk befindlichen Fünf-,Zwei- und Einmarkstücke etwa 315 Millionen Mark von dieser Sorte sichim Verkehr befänden. Er vermutete dann ebensoviel^ Thaler im freien

1 Protokolle S. 360.

2 Aktenstück Nr. 16 der Silberkommission.

2 Durch die vom österreichischen Finanzministerium veröffentlichtenTabellenzur Währuu-Matistik" 1833.