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1,42 °/o', die von 1823—1856 geprägten Stücke 0,44°/» Minderfeingehaltaufwiesen.
Dadurch wird die Differenz zwischen dein Wert des ungemünztenSilbers und des gesetzlichen Silbergehalts eines Thalers von °/«°/o beiden alten Thälern vollkommen, bei den Thalern aus der Zeit von 1823bis 1856 mehr als zur Hälfte erklärt.
Es ist ferner in Betracht zu ziehen, daß diese Zahlen nur diedurchschnittliche Abuutzung darstellen, daß aber in den Fällen, inwelchen das Einschmelzen der Münzen sich lohnt, die vollwichtigen Stückeausgesucht und eventuell sogar mit Aufgeld bezahlt werden, was in demvorliegenden Falle thatsächlich der Fall war; dann bleiben in derZirkulation überwiegend die stärker abgenutzten Stücke zurück.
Dadurch erklärt sich die Möglichkeit, daß der Preis des Silbers sosehr über dessen Ausmünzungswert steigen konnte.
Er mußte um den Betrag der Affinierungskosten uud die Abnutzungder zirkulierenden Stücke über deu Ausmünzungswert steigen, sobald dieAusgleichung der für uns ungünstigen Zahlungsbilanz nicht mehr durchVersendung von Barrensilber ausgeglichen werden konnte, und sobaldman deshalb auf das gemünzte Silber zurückgreifen mußte. Der Bedarfnach Zahlungsmitteln für England und das übrige Ausland mußte indiesem Fall den Preis des Barrensilbers soweit erhöhen, bis er dieKosten für die Einschmelzung von Silbergeld und dessen Versendung er-erreichte. Solange der Preis des Barrensilbers diese Höhe nicht er-reichte, wäre sein Export vorteilhafter geblieben, als der Export vonMünzen, und Münzen hätten deshalb nicht exportiert werden können. DaßMünzen exportiert wurden, beweist, daß der Silberbarreuvorrat zur Aus-gleichung der Zahlungsbilanz nicht ausreichte.
So war die Notwendigkeit, Silbermünzen zu exportieren, der Gruudfür das Steigen des Barrensilberpreises.
Die Preußische Bank , deren Barvorrat durch die ungünstige Ge-staltung der Wechselkurse stark iu Mitleidenschaft gezogen wurde, thatihr Möglichstes, um dem Silberexport entgegenzutreteu. Sie erhöhte imJahre 1864 ihren Diskontsatz auf 7°/o, und außerdem nahm sie zurStärkuug ihres Barvorrates in den Jahren 1865 und 1866 große Be-züge vou Silber aus London vor, obwohl diese bei den bestehendenWechselkursen nur mit Verlust bewirkt werden konnteil.
i Etwa '/2°/o dieser Abnutzung war durch den Goldgehalt der Stücke ausgeglichen.