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Verbindung mit den Bestimmungen über ihren Wert in den bisherigenLandes-Silberwährnngen wurden getroffen auf Grund der Annahme einesWertverhältnisses zwischen Gold und Silber von 15V-- zu 1.Zu der Wahl dieses Wertverhältnisses bemerkt der Bericht:„Wiewohl sich entgegenstehende Ausfassuugeu im Schoße der Ausschüssegeltend machten, namentlich darauf hingewiesen wurde, daß das Verhältnisvon 151/2 zu 1 dem dermaleil Preisverhältnis von Gold und Silber amLondoner Markte nicht entspreche, indem dasselbe sich auf 15,57—15,60: 1stelle und ferner hervorgehoben wurde, daß die Annahme eines Wert'Verhältnisses von 15,555 : 1 den weiteren Vorteil bieten würde, daß dasFein- und Rauhgewicht der auszuprägenden Goldmünzen alsdann ineinen? einfacheren Verhältnis zu dem metrischen Gewicht stände (140 Zehn-markstücke ^ 1 Psuud fein und 126 Zehnmarkstücke ^ I Pfuud rauh),so entschied man sich doch für Annahme des vorgeschlagenen Wertver-hältuisses, das die Geltung in einem großeu Gebiete, die durchschnittlicheRichtigkeit während einer längeren Periode von Jahren, und das öffent-liche Vertrauen, daß es richtig sei, für sich hat, und endlich die ver-schiedenen sich entgegenstehenden Interessen noch am wenigsten zu verletzenscheine.
„Daß mit dieser Wertbestimmung eine wichtige, tiefeingreifeude, viel-leicht da und dort schwer benachteiligende Entscheidung getroffen sei, daßsie auch die Möglichkeit einer zu niedrigen Tarifierung und damit dieGefahr in sich berge, daß die neu zu schaffenden Goldmünzen sich nichtim Umlauf erhalten, wurde schon hervorgehoben. Die Majorität dervereinigten Ausschüsse hat jedoch, wie oben ausgeführt, geglaubt, sicheiner Entscheidung nicht entziehen zu dürfen: sie war der Überzeugung,daß eine rechtlich unzweifelhaft zulässige Entscheidung dieser Art in ver-mutlich naher Zeit mit der gleichen Gefahr doch getroffen werden müßte,und daß die dermalige politische und finanzielle Lage Frankreichs , welcheden demnächstigen Übergang dieses Landes zur reinen Goldwährung aus-schließt, eine mehr oder minder große Stabilität des Wertverhältnissesder Edelmetalle für längere Zeit in Aussicht zu stellen scheint."
Während in diesen: Punkte die vereinigten Ausschüsse erheblich weitergingen als die Präsidialvorlage, blieben sie in anderen wesentlichenPunkten der Währungsfrage auf dem Standpunkt des Entwurfes stehen.
Eine der wichtigsten Vorbedingungen für die Einführung der Gold-währung war die Einstellung der Ausmünzung grober Silbermünzen.Darüber bestand allseitiges Einverständnis.