Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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Gelänge es in der That, größere Mengen von nachgeprägten Silber-münzen in Verkehr zu setzen, so erübrige nur ein rascher Einzug des ge-samten Silberunilaufs und dessen Ersatz durch neue, anders gestaltete,vollhaltigere Silbermünzen, was für den Verkehr von den störendstenFolgen, für die Reichskasse aber mit beträchtlichen Verlusten verknüpftfein würde.

Die vorgeschlagene Bestimmung des Feingehalts sollte daher durcheine auderweitige Fixierung des Feingehalts und zwar dahin ersetztwerden:

ZI. An feinem Silber soll enthalten

das Zweieinhalbmarkstück ... 13 Gramm

das Einmarkstück......5,2

das Einhalbmarkstück .... 2,6

und das Einviertelmarkstück . . 1,3 ^Das Mischungsverhältnis der Silbermüuzen wird auf 13 TeileSilber und 2 Teile Kupfer (-^ 0,8666 . . . fein) festgesetzt . . . ."

Abgesehen von diesen Vorschlägen sprach sich der badische Bevoll-mächtigte gegen die Schaffung von Nickelmünzen aus. Der Einwand,daß kupferne 10- und 5 Pfennigstücke zu groß und unbequem sein würden,sei nicht stichhaltig, denn es sei nicht erforderlich, daß das 10 Pfennig-stück, weil es den 10fachen Wert des 1 Pfennigstücks repräsentiert, darumauch das lOfache Gewicht an Kupfer enthalte.

Diesen Ausführungen gegenüber", so heißt es im Bericht weiter,wurde zunächst seitens der vereinigten Ausschüsse anerkannt, daß es einBedürfnis sei, zwischen das Zehnpfennig- und Einhalbmarkstück eineZwischenmünze einzuschieben, und namentlich von den Bevollmächtigtenfür Bayern und Württemberg wurde betont, daß dazu ein Zwanzig-pfennigstück am geeignetsten erscheine. Es beruhe auf der Zehnteilungund ruude sich auf süddeutsche Kreuzer ab, was für die Umrechnung so-wohl, wie für eine möglichst geringe Verschiebung der Preise dem Ver-kehr von Sttddeutschland zu statten komme. Dem bezüglichen Antragder genannten Bevollmächtigten schloß sich die Mehrzahl der Ausschuß-mitglieder an und wurde derselbe zum Beschluß erhoben.

Dagegen wurde hinsichtlich einer etwaigen Zwischenstufe zwischenEin- und Fünfmarkstücken resp, eines Wegfalls der letzteren hervorgehoben,daß diese Frage in innerem Zusammenhange stehe mit den angeregten

^ Danach wären aus dem feinen Pfund je W"/,z Mark auszubringen gewesen.