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schiedenen Arten von Banknoten wurden gleichfalls teilweise zur Gold-beschaffung verwendet.
Die verschiedenen Arten der deutschen Zahlungsmittel dienten teil-weise zum Ankauf von Gold in Barreu und Münzen auf deutschen Märkten, teilweise zum Ankauf von Wechseln aus England , welche ihrerseitsin London in Gold realisiert wurden.
Die aus fremden Valuten bestehenden Eingänge wurden gleichfallszum Teil zum Ankauf von Tratten auf London benutzt.
3. In ähnlicher Weise wie die Eingänge der französischen Kriegs-kosten-Entschädigung lieferten die Erlöse ans den Silberverkäufen derReichsregiernng Mittel zur Goldbeschaffung.
Der größte Teil der Silberverkäufe wurde auf dem Londoner Marktebewirkt. Über die Erlöse wurde zu einem kleinen Teil durch Abgabevon Tratten auf London verfügt ^, zum größten Teil wurden sie zumAnkauf von Gold verwendet ^.
Soweit die Verkäufe in Deutschland stattfanden, wurden die Erlösemeist bar in deutschem Geld an die Reichshauptkasse gezahlt. Erst vomEnde des Jahres 1878 ab wurde auch der Gegenwert der in Dcutschlaudbewirkten Verkaufe in London uud in englischer Währung zahlbar ge-macht, und über die Erlöse wurde von dieser Zeit an in ähnlicher Weise,disponiert, wie über die in London bewirkten Verkäufe.
Die Erlöse aus deu Verkäufen, welche weder in England noch inDeutschland stattfanden, wurden teils durch Abgabe von Tratten auf diebetreffenden Länder (Frankreich uud Österreich ) realisiert, teils vermittelstder Beschaffung von Wechseln auf London gleichfalls zur Goldbeschaffuugverwertet, so namentlich die Verkäufe, welche in Shanghai, Kalkutta undBombay abgeschlossen wurden.
Die Silberverkäufe nahmen erst vom Jahre 1876 ab einen größerenUmfang an. Ihre Erlöse konnten also erst feit dieser Zeit für die Gold-beschaffung nennenswert in Betracht kommen. In den ersten Jahren derMünzreform waren es — von dem geringen Betrag der deutfchen Landes-goldmünzen abgesehen — ausschließlich die Eiugänge der sranzösischenKontribution, welche es der Reichsregierung ermöglichten, iu kurzer Zeiteinen enormen Goldvorrat für die Ausprägung von Reichsgoldmünzenverfügbar zu machen.
' Auch wurden unbedeutende Summen auf das Neichsdispositionskonto bei der- London Joint Stock Bank übertragen.
- Siehe Anhang IV zu Abschnitt IV dieses Teiles.