Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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Zeit erreicht wurde, und andrerseits ging der Silberpreis nicht unter53V-cl hinab. Während das Silber im Jahre 1876 zwischen 58^2und 46^/4 6, also um 11^/4 cl geschwankt hatte, während noch im erstenQuartal 1877 Schwankungen zwischen 58V4 uud 53^/s, also um 4^/4 cl,vorgekommen waren, hielt sich nunmehr für fünf Vierteljahre der Silber-preis innerhalb einer Schwankungsgrenze von nur 2 6.

Diese geringen Schwankungen sind erstaunlich in Anbetracht dessen,daß in jene Zeit Ereignisse von großer Tragweite für den Silbermarktfielen, so namentlich die Annahme der Blandbill in den VereinigtenStaaten .

Zweifellos haben in jener Zeit die deutschen Silberverkäufe wesentlichzu einer Milderung der Silberpreisschwankungen beigetragen, dadurch,daß sie bei steigeuder Nachfrage und steigenden Preisen dem Marktegroße Silbermengen zur Verfügung stellten, und daß sie andrerseits beisinkender Nachfrage eingestellt wurden.

Als Ansang April dnrch große Silberkäuse für Spanien und durcheine akute Geldklemme in Indien der Silbermarkt eine wesentliche Besse-rung erfuhr, nahm die Reichsbank die seit dem 6. März unterbrochenenSilberverkäufe wieder auf. Es kam dabei der Reichsbank nicht nurdarauf an, möglichst viel Silber abzusetzen, sondern auch bessere Preisezu erzielen. Sie setzte schrittweise ihr Preislimitum hinauf und brachteso den Silberpreis vom 4. bis zum 19. April von 53^/4 bis aus55 cl in die Höhe^, während sie für etwa 1^4 Millionen F Silber ver-kaufte.

Als der Silberpreis vom 20. April ab eine weichende Tendenzzeigte, hörte sie mit ihren Verkäufen auf 2. Trotzdem sank das Silberbis auf 532/4 Ä zurück.

Im Mai wiederholte sich dasselbe Spiel. Die indische Silber-nachfrage erfuhr abermals eine Steigerung (in Bombay stieg der Dis-kont bis auf 12 Prozent). Deutschland verkaufte abermals große Silber-

1 Das Silber zog aus der indische» Geldknappheit nicht denselben Vorteil, wiedie Councilbills, welche am 18. April sämtlich als ^elsgratiL transksrs begebenwurden, und zwar zu einem Kurs von 1 s. 9°Vs cl. DerEkonomist " vom 21. Aprilbemerkt:Ik, instsirü ok tsIsArairis, tlis^ Iisrä dssr, dou^kt as orclinar^ dills, tlisavsraAS pries voulcl Iilrvs oorrssporiclsä to somiMinK ovsr Z7 cl pr. 02. st.silvsr, dut silvsr rsmainsd s,t Sg." Die Gründe sind oben S. 330 entwickelt.

2 Der Ekonomist schrieb damals (am 21. April), das Silber wäre vielleicht nochweiter gestiegen, ,^vsr<z it not kor tlis kskr tlisrt tlis ÄAgrits kor tus Ksri»»iiAovsrrimöiit Iiavs g,Imost unlimitscl sums kor äisposs.!".

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