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(In 1000 Mark.)
Im Umlaufe befanden sich
Zeit
Landes-Papier-geld und Reichs-kassenscheine
Metallisch nichtgedeckteBanknoten
Zusammen
Ende 1871- 1872
181,000181,000181,000181,000181.000178,000174.000170,000167.000163.000
77.38S818
420,000600 000400.000460,000S00.000440.000378.00037S.000298.000364.000
678.000782.000S81.000631,000681.000618.0005S2.00054S.000465,000527.000
Mitte 1873Ende 1873- 1874
- 1875
- 1876
- 1877
- 1878
- 1879
Eine Vergleichung der Veränderungen des metallischen Geld-bestandes mit den Schwankungen des Papierumlaufs ergiebt bemerkens-werte Resultate.
In den ersten Jahren der Geldreform, in welchen der deutsche Metall-geldbestand eine so gewaltige Vermehrung erfuhr, zeigte auch der Papier-umlauf ein gewaltiges Anwachsen. Der Höhepunkt der Steigerung fälltbei beiden Teilen des Umlaufs fast zusammen; bei dem Metallgeld liegter in der Mitte des Jahres 1873, bei dem Papierumlauf im Mai 1873.
Im allgemeinen und unter normalen Verhältnissen hat ein starkerMetallgeldzufluß stets die Tendenz, den ungedeckten Notenumlauf unddamit die gesamte Papierzirkulation zu verringern. Fließt das neueMetallgeld direkt in den freien Verkehr, dann verringert es bei gleich-bleibendem Bedarf nach Umlaufsmitteln die Ansprüche an die Notenbanken;fließt es zunächst in die Keller der Notenbanken, so wird bei gleich-bleibendem Umfang der Notenzirkulation, welcher seinerseits wieder aufeinem gleichbleibende!: Bedarf nach Umlaufsmitteln bernht, der Umfangdes ungedeckten Notenumlaufs um den Betrag der Vermehrung des Bar-vorrats verringert. Eine gewisse Gegenwirkung wird in solchen Fällendurch eine Verbilligung des Diskonts, welche einen Anreiz zu einerSteigerung der Kreditansprüche und damit zu einer Vermehrung desNotenumlaufs giebt, hervorgerufen.
Wenn in unserem Fall eine starke Steigerung des Papierumlaufsmit einem erheblichen Anwachsen des metallischen Geldbestandes zusammen-traf, so hatte das einen doppelten Grund.