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tritt bei Berücksichtigung des Papierumlaufs sogar schärfer zu Tage,als wenn man nur die Veränderungen des Metallgeldbestandes ins Augefaßt. Im letzteren Falle haben wir in der zweiten Hälfte des Jahres1875 eine Steigerung und im Laufe des Jahres 1876 nur eine geringeAlmahme zu verzeichnen; die seit der Mitte des Jahres 1873 eingetreteneVerminderung des Metallgeldbestandes erscheint also hier unterbrochen. Inderselben Zeit ging jedoch der Papierumlauf so erheblich zurück, daß diegeringe Zunahme des Metallbestandes bedeutend überwogen wurde. Dergesamte Geldumlauf war also in Wirklichkeit bis zum Beginn desJahres 1879 in einer ununterbrochenen Verminderung begriffen.
Was den Umfang der Papierzirkulation im Verhältnis zum gesamtenGeldumlauf anlangt, so ist hier eine Abnahme zu konstatieren, welchebei der, trotz aller Verminderung seit 1873, immer noch erheblich ge-bliebenen Vermehrung der metallischen Zirkulationsmittel die absoluteVerringerung der Papierzirkulation noch wesentlich übertrifft.
Die wichtigsten auf die Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufsgerichteten Bestrebungen der Münzreform wurden also bis zum Jahre 1879im wesentlichen erreicht.
Vollständig gelungen war die Austreibung der fremden Münzsortenaus dem deutschen Umlauf.
Gelungen war ferner die Herstellung eines ansehnlichen Goldumlaufs,wenn auch die vorzeitige Einstellung der Silberverkäufe die völlige Er-setzung alles zu Scheidemünzzwecken nicht benötigten Silbergeldes durchReichsgoldmünzen nicht ermöglichte.
Erreicht war schließlich auch die Beseitigung der kleinen Noten, einesofortige starke Verminderung des ungedeckten Notenumlaufs und eineallmähliche Einschränkung des staatlichen Papiergeldes.