Meine Damen und Herren! Zu der alten Koalition standenwir in der schärfsten Opposition, nicht in einer unfruchtbaren. Demmöchte ich hier widersprechen, obwohl und weil ich der altendeutschnationalen Fraktion nicht angehört, sondern die Dinge vonaußen beobachtet habe. Wir standen nicht in einer unfruchtbarenOpposition. Das werden alle diejenigen, die dort mitgetan haben,wo Arbeit geleistet worden ist, in den Kommissionen, auch in derVerfassungskommission, bestätigen können, daß unsere Mitgliederwertvolle Mitarbeit geleistet haben. (Widerspruch bei den Sozial-demokraken.)
Aber zu den Grundsätzen, nach denen in der alten KoalitionDeutschland regiert worden ist, zu diesen Grundsätzen mußte meinePartei allerdings oft genug scharf Stellung nehmen. Die alte Re-gierung wollte es auch gar nicht anders, mindestens in sehr erheb-lichen ihrer Bestandteile. Zch erinnere an das Work eines ihrerMitglieder, das sich damit gerühmt hak, daß es die Rechtsparteien,nicht nur uns, sondern auch die Deutsche Volkspartei in die Oppo-sition gedrängt habe. Heute hören wir ganz andere Töne, unddas freut uns. Nicht nur das, was das Zentrum, sondern auch das,was Herr Schiffer ausgeführt hat, war — das erkenne ich an —aus einen wesentlich anderen Ton gestimmt als die Laute, die in deralten Nationalversammlung zu hören waren. Aber wir lassenuns durch schöne Worte nicht bestricken. (Lachen bei den DeutschenDemokraten.)
Ebensowenig allerdings werden wir, wenn das Wohl desVaterlandes auf dem Spiele steht, irgendwelchen parteipolitischenEmpfindlichkeiten Raum geben. (Zuruf von den UnabhängigenSozialdemokraken: Sie und das Wohl des Vakerlandes!)
Von diesem Gestchkspunkk der Ablehnung irgendwelcher par-Apolitischen Empfindlichkeiten aus lassen Sie mich in Ergänzungder Ausführungen meines Freundes und Kollegen Hergt einigeWorte zu den
programmatischen Erklärungen des Herrn Reichskanzlers,
zu den Ausführungen namentlich auch des Herrn Finanzministersund der Redner aus dem Hause sagen, die zwischen Herrn Hergtund mir gesprochen haben.
Meine Damen und Herren! Das allererste, was wir brauchen— und darin sind wir Gott sei Dank, wie ich aus den Erklärungen
s- lg