kommen, und es ist höchste Zeit, anderthalb Zahre nach dem Kriege,daß in der Eisenbahnverwaltung zu einer vernünftigen Wirtschaftzurückgekehrt wird. Solange das nicht geschieht, ist gar keinMensch in der Lage, auch nur einen Rat zu geben, zu sagen: packtan diesem oder jenem Ende an! Das einzige, was feststeht, istfolgendes: Der Krieg hat zweifellos durch den Verschleiß desrollenden Materials und des Bahnkörpers enorm zu diesem Defizitbeigetragen. Aber das ist es nicht allein, was das ungeheureDefizit hervorgerufen hat. Dazu kommen alle anderen Umstände,die noch genauer von einer parlamentarischen oder Sachverstän-digenkommission — oder wie immer Sie beschließen wollen —aufgeklärt werden müssen. Wir wollen doch heraus aus diesenZuständen. Wir wollen doch nicht zugrunde gehen. Wir wollendoch nicht, daß das Reich ein Eisenbahndesizit von 15 Milliardenoder, wie der Herr Reichsfinanzminister in der Kommission ange-deutet hat, von 20 Milliarden Mark dauernd zu tragen hak. Dasliegt doch flach auf der Hand! Wie unübersichtlich die Dinge sind,geht daraus hervor, wie sich das Defizit entwickelt hat. Vor Jahrund Tag hak es geheißen, es handle sich um 2 Milliarden? dannhieß es 4 Milliarden, dann 10, 12, 14, 15, 16 Milliarden, und nunsind wir bei 20 Milliarden angekommen. (Zuruf bei den DeutschenDemokraten: Seit wann gibt es Aeichseifenbahnen?)
Die Zerrüttung hat gewiß nicht erst bei den Reichseisen -bahnen angefangen, sondern schon vor dem Uebergang dereinzelstaatlichen Eisenbahnen auf das Reich.
Aber nun komme ich gerade zu einem Punkt, wo sich diepreußisch-hessische und die anderen Eisenbahnverwaltungen mitden Reichseisenbahnen sehr intim berühren. Ich habe gegen dieReichsregierung den Vorwurf zu erheben, daß die Verhand-lungen über die Umwandlung der Staatseisen-bahnen in Reichseisenbahnen nicht mit der erforder-lichen Sorgfalt geführt worden find. Was gestern der HerrFinanzminister vorgetragen hat, müßte eigentlich jedem die Augengeöffnet haben. Der Herr Reichsfinanzminisker hat von einem„Unglück" gesprochen, das passiert sei. Ein solches Unglück, dasMilliarden gekostet hat, wäre bei einer sorgfältigen Behandlungder Dinge nicht passiert. (Zuruf vom Regierungstisch.)
Gewiß, auch bei der allgemeinen Besoldungsordnung ist ein
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