Wir werden beantragen, daß vor allen Dingen die Verhältnissebei der Betriebsverwaltung der Eisenbahnen, diedas schlimmste Loch in unseren Staatssäckel reißen, auf das ein-gehendste untersucht werden. Wir beraten in der Fraktionnoch darüber, welche Gestalt wir dem Antrage geben sollen; denndie Klarlegung der Tatsachen ist die erste Voraussetzung für dieAbhilfe. (Zustimmung bei den Deutschnationalen. — Zurufe beiden Unabhängigen Sozialdemokraten: Ueberschußbetrieb wiefrüher!)
Ich hoffe, daß wir mindestens einmal wieder zu einem selbst-erhaltenden Betrieb kommen werden. Das ist auch Ihr eigenstesInteresse. Denn, meine Damen und Herren, bilden Sie sich dochnicht ein, daß dieses Defizit für Sie und für das arbeitende Volkgleichgültig ist, weil es der Staat bezahlt. Womit bezahlt es dennder Staat? — Mit Papier ! — Man spricht immer vom Still-legen der Notenpresse. Glauben Sie denn, daß dieNotenpresse ganz nach Belieben stillgelegt werden kann? Das istganz ausgeschlossen. Wenn bei diesem Defizit in den Eisenbahnen,bei diesem Ileberwiegen der Aeichsausgaben über die Reichsein-nahmen einfach die Banknotenpresse stillgelegt werden soll, dannmuß das Reich in wenigen Tagen seine Kassen schließen. Das istder Erfolg davon. Die Notenpreffe ist doch nichts Selbsttätiges,die Notenpresse ist nur der Ausdruck der gesamten Finanzwirt-schaft des Reiches. Das Reich ist es doch, das für seine Ausgaben,wenn ihnen nicht die genügenden Einnahmen gegenüberstehen, dieNotenpresse in Anspruch nimmt. And wer trägt schließlich dieFolgen der Notenpresse? Das bleibt doch nicht an dem über denWolken schwebenden Staate hängen. Wir sind diejenigen, die dieFolgen tragen müssen, wir alle und ganz besonders die breiteMasse der Bevölkerung. (Sehr richtig! bei den Deutschnationalen.)
Ich komme darauf noch einmal zurück.
Das, was ich über gewisse allgemeine Richtlinien sagen kann— das deckt sich auch mit den Intensionen, die bei der Regierungbestehen, hoffentlich bestehen —, ist folgendes: Wir müssen auf dietunlichfte Vereinfachung der Verwaltung hinwirken.(Sehr richtig! bei den Deutschnationalen.)
Ich höre mit Schrecken und Staunen, wie z. B. das R e i ch s -wirtschaftsmini st erium sich seit der Zeit, in der es von
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