mir aus der Hand gegeben wurde, ausgewachsen hat. Ichglaube nicht, daß damals in der Abteilung, aus der das Reichs-wirtschaftsministerium gebildet worden ist, mehr als 4g Beamtesaßen. Heute sind es mehr als 1WV. (Lebhafte Rufe: Hört!hört! bei den Deutschnationalen.)
Neulich ist mir gesagt worden, daß 16l)v Beamte und außer-dem noch 4W Privatangestellte dort beschäftigt sind. (LebhafteRufe: Hört! hört! bei den Deutschnationalen. — Zurufe von denSozialdemokraten.)
Ich will es nicht glauben, und ich kann es nicht kontrollieren;ich kann es mir garnicht erklären, wie es überhaupt möglich seinkönnte, daß das Reichswirtschaftsministerium sich zu einem solchenWasserkopf ausgewachsen hat. (Sehr richtig! bei den Deutsch -nationalen. — Zurufe von den Unabhängigen Sozialdemokratenund den Sozialdemokraken.)
Das trifft nicht mich; das ist eine Entwicklung, die nachmeiner Zeit liegt. — Also tunlichste Vereinfachung der Verwal-tung! Dann die allergrößte Sparsamkeit in allen Dingen. Dazugehört, so hart es manchmal sein mag, Widerstandskraft undFestigkeit gegenüber Forderungen, die nicht unbedingt aus derdringendsten Notlage heraus bewilligt werden müssen. (Sehrrichtig! bei den Deutschnationalen.)
Sorgen Sie auf der Ausgabenseite endlich wieder für pein-liche Genauigkeit und strengstes Verantwortungsgefühl! Dannerleichtern Sie sich und uns die Aufgabe auf der Einnahmeseite.
Aber, meine Damen und Herren, ich gebe zu, rein aus sichselbst heraus kann natürlich unsere Finanzwirkschaft nicht kuriertwerden. Die Wurzeln des Uebels sitzen tiefer; sie sitzen in unserenganzen wirtschaftlichen Verhältnissen. Der französische Finanz-minister Necker hak Ludwig xvi. gesagt: Sire, machen Sie gutePolitik, dann mache ich Ihnen gute Finanzen! (Zuruf von denUnabhängigen Sozialdemokraten: Das hätten Sie Wilhelm II.auch sagen sollen! — Heiterkeit.)
Der Herr Reichsfinanzminisier kann heute zu seinem Kollegenvom Reichswirtschaftsministerium auch sagen: Machen Sie guteWirtschaft, dann werde ich mich bemühen, gute Finanzen zumachen! (Sehr gut! bei den Deutschnationalen.)
Das Grundübel, an dem unsere Wirtschaft krankt — darüber