sind wir ja alle einig? die Herren auf der Linken sprechen es nurnicht gern aus, aber alle anderen geben es zu —: eswirdbeiuns mehr verbraucht, als erzeugt wird. Das ist dasGrundübel. (Zuruf von den Anabhängigen Sozialdemokraten:Weil Sie die Arbeitskraft des deutschen Volkes durch Ihren Kriegruiniert haben!)
Es war nicht mein Krieg, es war der Krieg des deutschen Volkes! (Sehr richtig! bei den Deutschnationalen. — StürmischerWiderspruch und Zurufe bei den Unabhängigen Sozialdemokraten:Der Krieg der Alldeutschen! Kriegsverlängerer! — AndauerndeUnruhe!)
Sie haben ja keine Ahnung, wie ich während des ganzenKrieges Tag und Nacht einen für uns annehmbaren Friedenherbeigesehnt habe. (Abgeordneter Ledebour : Gearbeitet habenSie gegen den Frieden! — Unruhe.)
Das wissen Sie ja garnicht! (Abgeordneter Ledebour : Ich warja dabei, als Sie Amerika in den Krieg hineingehest haben! Siewaren der Hauptschieber dabei!)
Ich verbitte mir diese Bezeichnung! (Andauernde große Un-ruhe. — Zuruf von den Unabhängigen Sozialdemokraken: InsZuchthaus!)
Lassen Sie diese unerhörten Zurufe beiseite. Es ist wichtiger,daß wir über die Fragen, die uns heute drücken, (aha! bei denUnabhängigen Sozialdemokraten ) hinweg zu besseren Verhältnissenkommen. (Zuruf von den Unabhängigen Sozialdemokraken: VonIhnen Belehrungen annehmen zu müssen, ist eine Beleidigung!)
Das souveräne Volk hak mich so gut hierher geschickt wie Sie!(Lebhafte Zustimmung bei den Deutschnationalen. — Lärm bei denUnabhängigen Sozialdemokraken. — Zurus von den UnabhängigenSozialdemokraten: Ins Zuchthaus!)
Ich wierderhole: Beschäftigen wir uns mit der Frage: wiekommen wir aus den schweren Verhältnissen heraus, in denenwir heute stecken. (Lebhafte Zustimmung bei den Deutschnatio-nalen. — Erneute Unterbrechungen bei den Unabhängigen Sozial-demokraten.)
Wenn wir feststellen, daß das Grundübel ist, daß das deutsche
Volk mehr verbraucht als erzeugt (Andauernde große Unruhe
links. — Glocke des Präsidenten.)
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