Friedensvertrag" die Rede war) ich habe jedenfalls nie von einemzweiten Friedensvertrag gesprochen.
Nun ist aber gestern der Herr Abgeordnete Müller (Franken)auf diesen Punkt zu sprechen gekommen und hat erklärt, es habesich nur um das ursprüngliche Friedensprogramm gehandelt' dassei aber längst abgetan gewesen, in ganz kurzer Zeit, ehe es über-haupt zur Möglichkeit von Verhandlungen gekommen wäre. Derfrühere Gehilfe des Herrn Müller, Herr Ulrich Rauscher , dessenBeurlaubung vielleicht nicht allzu bedauernswert ist, (sehr richtig!bei den Deutschnationalen) Herr Ulrich Rauscher unterstützt heuteHerrn Müller im ..Vorwärts", indem er seine Weisheit zumbesten gibt' er spricht auch jetzt wieder von dem „Märchen deszweiten Friedensvertrags", das auf mich zurückgehe, und sagt:
Das Ungeheuerliche eines solchen Angriffs auf einem Gebiete,das für demagogische Verhetzungen keinen Raum bieten dürfte,ist von uns in zahlreichen Wahlversammlungen gebrandmarktworden.
Zch möchte Herrn Ulrich Rauscher nicht brandmarken, ich sehevon seiner Person ab. (Zuruf rechts.)
Zch halte mich an Herrn Tardieu, und was Herrn Tardieuanlangt, so stelle ich zunächst fest, daß Herr Tardieu wie aufBestellung — neulich in der französischen Kammer wörtlich dasbestätigt hat, was ich am 21. April in Hannover vorgetragen habe.(Sehr richtig! bei den Deutschnationalen. — Widerspruch bei denSozialdemokraten.)
Ja, wenn Sie es wünschen, kann ich es auch verlesen.Zch werde Ihnen den Gefallen tun und werde die Erklärung desHerrn Tardieu vor der französischen Kammer hiermit dem steno-graphischen Bericht des Reichstags einverleiben.
Nach einem amtlichen Wolffschen Telegramm hat Herr Tar-dieu in der Kammersitzung vom 23. Juni erklärt, daß zu Beginnder Friedensverhandlungen im Januar 1919 als Friedensbe-dingungen für Deutschland hätten aufgestellt werden sollen:
Sofortige Zulassung Deutschlands zum Völkerbund. Keineinteralliierte Besetzung der Rheinlande, höchstens eine sranzö-fische Besetzung für die Dauer von 18 Monaten. (Hört! Hört!bei den Deutschnationalen.)
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