Regierung, die angemessenen Matznahmen ergreift und, wenn esnötig ist, auch durchschlagende Repressalien anwendet.
Zn dieser Verbindung komme ich zurück aus eine Mitteilung,die mein Parteifreund Graf Westarp neulich schon hier gemachthat, daß in Bromberg in der letzten Woche nicht weniger als11 Deutsche , zum Teil Reichsdeutsche, verhaftet worden sind, weilsie an der Spitze von irgendwelchen deutschen Organisationenstehen. (Lebhafte Rufe: Hört! Hört! rechts.)
Zch möchte mir erlauben, an den Herrn Reichsminister desAuswärtigen die Frage zu richten, ob ihm von diesem Fall irgend-etwas bekannt geworden ist — ich nehme an, das ist der Fall —,und was geschehen ist, um diese neuen, unerhörten Vergewalti-gungen rückgängig zu machen und für Remedur zu sorgen.
Meine Damen und Herren! Eine scharfe Verwahrung mutzich einlegen gegen die Ausführungen des Herrn Müller(Franken). Der Herr Abgeordnete Müller hat sich — ich weißnicht, aus welchem Grunde — veranlatzt gesehen, hier furchtbareDrohungen auszustoßen gegen Leute, die zum Kriege Hetzen —mit dem Blick herüber zu uns. Wer hetzt denn bei uns zumKriege? (Sehr gut! rechts. — Lachen und Zurufe von denSozialdemokraken.)
Es gibt niemanden, der bei uns zum Kriege hetzt. Das hatGraf Westarp deutlich genug zum Ausdruck gebracht. (LebhafteZustimmung rechts.)
Der Herr Abgeordnete Müller hat hinzugefügt, die deutsche Arbeiterschaft werde jeden neuen Krieg verhindern und sabotieren.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)
Zch frage: was soll diese durch nichts provozierte Kund-gebung? Will der Herr Abgeordnete Müller es in der Tat alsunumstößlichen Grundsatz für Deutschland aufstellen, daß dasdeutsche Volk für alle Zeiten ohne einen Versuch einer Gegenwehrsich jede Gewalt gefallen lassen muß? (Sehr gut! rechts. — Aha!bei den Sozialdemokraken.)
Meine Damen und Herren! So schwach wir heute sind: ichwarne vor solchen unverantwortlichen Reden. Eine solche Er-Klärung — ich kann sie nicht anders auffassen — wirkt nach außenwie eine neue Uebergabe auf Gnade und Ungnade, sie wirkt gerade-zu wie eine Einladung zu neuer Gewalt, sie ist ein Freibrief für
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