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Die Währungsfrage : gemeinfaßlich dargestellt / von Karl Helfferich
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2. Die Valuten.

Für Staaten, welche miteinander in Handelsbeziehungen stehen,ist es wünschenswert, daß ein festes Verhältnis zwischen ihren Währungenbestehe. Um ein annähernd festes Verhältnis zwischen den Geldwertenverschiedener Staaten herzustellen Valuta nennt man den Werteines Geldes in Beziehung zu dem Gelde anderer Staaten bleibtnur das eine Mittel, daß die einzelnen Staaten den Wert ihres GeldesAschen Mn^u"t demselben Edelmetall verbinden. Haben nun zwei oder mehreredern der Staaten die Prägung desselben Metalles freigegeben, haben sie also dentallwähnmg" Wert ihres Geldes von demselben Wertgegenstand abhängig gemacht,z. B. vom Golde, so besteht zwischen ihren Valuten (ihren Geldwerten)ein unverrückbarer Gleichungspunkt, den man Parität nennt. Wirwollen uns das an einem Beispiel klar machen.

Deutschland und Frankreich haben beide Gold als Wert-grnndlage ihres Geldes. Nun werden nach dem deutschen Münzgesetzaus einem Pfunde feinen Goldes 1395 Mk. geprägt, also aus demKilogramm 2790 Mk.; nach dem französischen Münzgesetz werden auseinem Kilogramm Gold von ^/io Feinheit 3100 Franken, also ausdem feinen Kilogramm 3100 x ^ Franken geprägt. Da oer

Wert beider Münzsorten durch ihren Goldgehalt bestimmt ist, sind demnach'.2790 Mk. - Franken (beide ^ 1 Kilogramm feines Gold);

i - 27WX» «1 ini-

al,o 1 Frank ^ ^ ^ Mk.oder 100 Franken - 81 Mk.

Ich kann mir also durch das Einschmelzen von je 100 Franken jeder-zeit so viel Gold verschaffen, daß man je 81 Mk. daraus prägenkann, und umgekehrt. Allerdings muß ich dann die etwa 2 Promilleausmachenden Prägekosten tragen, eventuell auch das durch Abnutzungentstandene Mindergewicht der eingeschmolzenen Goldstücke, so daß alsoein Schwanken von wenigen Promillen nm diese Parität möglich ist.

Dasselbe Verhältnis besteht zwischen der deutschen uud englischenValuta; hier ist die Parität 1 Pfund Sterling 20,43 Mk.

Ebensolche Paritäten bestehen zwischen allen Ländern, welche beifreier Prägung die gleiche Metallwährung haben, weil der Wert ihresGeldes von dem Wert ein nnd desselben Metalles abhängig ist.

Eine solche feste Parität dagegen ist zwischen Goldwährungen undSchwankende Silberwährungen nicht vorhanden. Die Goldvaluta ist mit dem Wertez willen Gold-des Goldes verknüpft, die Silbervaluta mit dem Werte des Silbers.wKhr.mgen^ Wenn sich nun das Wertverhältnis zwischen Gold und Silber ändert,dann ändert sich auch der Gleichungspunkt zwischen der Goldvalntaund der Silbervaluta. Bei einem Wertverhältnis zwischen Silber undGold von 1: 15,5 war z. B. der Wert der indischen Rupie nachihrem Silbergehalt etwa 1 Schilling 11 Pence in englischem Gold-