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gelde etwa 2 ^). Nachdem sich das Wertverhältnis auf etwa 1: 20verschoben hatte, entsprach sie, gemäß ihrem Silberwert nur noch 1 slr.5 ä. etwa 1.50-/A) und mit jeder leisen Schwankung des Silber-preises auf dem Londoner Markte mußte sich der Wert der Rupie desSilberwährungslandes Indien in dem Werte des Geldes des Gold-währungslandes England ändern. Dagegen blieb trotz des Sinkens desSilberwertes das indische Geld stets in fester Parität zu dem mexika-nischen, denn Mexiko hat gleichfalls Silberwährung, nnd wenn durchdie Entwertung des Silbers der Wert der indischen Rupie sank, dannsank aus dem gleichen Grund und ini gleichen Grade der Wert des mexi-kanischen Dollars.
Während zwischen den Goldvaluten eine feste Parität besteht A'^"^und die Parität zwischen Gold- und Silbervaluten je nach den Papier -Schwankungen im Wertverhältnis beider Metalle sich ändert, können "^"'"s-"'zwischen Gold- und Silberwährungen einerseits und Papierwährungen,deren Geldwert mit keinem der beiden Edelmetalle verbunden ist,andrerseits unbegrenzte Schwankungen stattfinden, welche von unbe-rechenbaren Umstünden, dem Staatskredit, dem Pnpiergeldumlauf, derZahlungsbilanz der betreffenden Länder u. s. w. abhängen. So warz. B. der argentinische Papierpeso im Jahr 1880 nur 13 Pfennigewert. Im Jahr 1883 und 1884 wurde die Goldwährung durch-geführt, und der Peso galt, entsprechend seinem gesetzlichen Metallwert4 Mk. Gegenwärtig ist infolge übermäßiger Papiergeldausgabe undsonstiger finanzieller und politischer Mißwirtschaft der Wert des Papier-peso wieder auf 1 Mk. bis 1,50 Mk. herabgesunken.
Ihren Ausdruck finden die Valutaschwankungen in den aus- ^echMurjewärtigen Wechselkursen.
Der Wechsel wird im internationalen Verkehr als Mittel zurAusgleichung der Zahlungen und zur Ersparung der Bargeldsendungenans einem Land in das andere benutzt. Folgeudes Beispiel mag zurErläuterung dienen. Ein deutscher Fabrikant hat englische Baumwollegekauft uud schuldet den Betrag an den englischen Händler. In dergleichen Zeit hat ein deutscher Weinhändler für die gleiche SummeWein nach England an einen Hotelier verkauft. Um die Sendungvon Bargeld nach England , welche mit Transport- und Versicherungs-kosten verbunden ist, zu vermeiden, läßt sich der deutsche Fabrikant vondem Weinhändler dessen Forderung an den englischen Hotelier über-tragen ; das geschieht nun in der Form, daß der Weinhändler auf seinenKunden einen Wechsel zieht nnd denselben an den Fabrikanten ver-kauft. Der Fabrikant bezahlt nun den Baumwollhändler mit diesemWechsel, der Baumwollhündler präsentiert ihn seinem Landsmann, demHotelier, zur Einlösung und macht sich so für seine Baumwolle bezahlt.
Der Vorteil dieser Manipulation besteht darin, daß an die Stellezweier kostspieliger Bargcldsendnngen von Deutschland nach England nnd umgekehrt, zwei inländische Zahlungen, eine in Deutschland und eine in England , getreten sind. In der Regel geschieht diese