Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Baugeschichte der Stadt Rom bis 14 n. Chr.

dem Aventin sind viel früher mehrstöckige Mietshäuser entstan-den, als in den anderen Stadtvierteln. Jordan (a. a. O. Bd. I,S. 536) bemerkt:Daß der Aventin im 6. Jahrhundert15050 v. Chr.) eine volksreiche aber noch isolierte Stadt bil-dete, lehrt der Bau der Straßen.

Es ist hier zu erwähnen, daß vornehmer angelegte Privat-häuser, deren Bauweise im letzten Jahrhundert der Republik zupalastähnlichem Charakter gesteigert wurde, an verschiede-nen Stellen der Stadt, namentlich um das Forum herum, amFuße des Caelius, an der Velia, am Palatin , auf den Carinaeschon vor dem Jahre 100 v. Chr. gebaut worden sind. Für dasJahr 44 v. Chr. berichtet Plinius (Hist. Nat. XXXVI 109) dasVorhandensein von mehr als hundert Palästen in Rom , welchedurch die ganze Stadt verteilt gewesen sein müssen.

Hier muß eine allgemeinere Erörterung über die Wohn-weise der römischen Bevölkerung Platz finden.

Das äußere Bild einer großen Stadt und das Leben ihrerBevölkerung, sowohl in den Häusern als auf den Straßen, wirddurch nichts anderes in dem Grade bestimmt wie durch die Dich-tigkeit der Bevölkerung, richtiger gesagt, die Dichtigkeit derBewohnung der Stadt. Das Maß dieser Dichtigkeit beruht indem Verhältnis der Größe des bewohnten Raumes zu der Zahlder Bewohner. Dieses wollen wir für die Zeit vor 100 v. Chr.festzustellen versuchen.

Da Rom in dieser Zeit so gut wie ausschließlich einstöckigbebaut war, brauchen wir nicht auf die kubische Größe einzu-gehen, sondern können uns auf planimetrische Einschätzung be-schränken.

Der Flächeninhalt des bewohnten Gebietes innerhalb derServianischen Mauer belief sich auf 5 qkm (= 500 Hektar =5 Millionen Quadratmeter). Der gesamte Flächeninhalt desServianischen Mauergebietes betrug 7 qkm. Von dieser Größeentfallen 2 qkm auf öffentliche Anlagen (Palatin, Circus, Kapitol,Forum) und auf die im Privateigentum stehenden Latifundien