Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das Christentum in Rom

Kapitel II.

Das Christentum in Rom von 250 bis 313.

i.

ndem sich unsere dem Christentum in Rom gewidmeteDarstellung der Zeit nach dem Jahr 250 zuwendet,treten wir in jenen Zeitraum ein, welcher durch dieRegierung des Kaisers Diocletianus und die vondiesem unternommene Staatsumwälzung gekennzeichnet ist.Die Schilderung von Einzelheiten dieser Staatsumwälzung müs-sen wir dem folgenden Buch unserer Darstellung überlassen.Aber wir müssen doch schon hier auf die Haupttatsachen jenerVeränderung hinweisen.

Im Jahre 284 waren die Brüder Carinus und NumerianusCaesaren. Im September 284 starb Numerianus . Am 27. Sep-tember 284 wurde in Chalkedon (in Kleinasien gegen-über von Byzanz) der aus Dioklea in Dalmatien (beiCattaro ) stammende Diocles von den Legionen zum Kaiser er-wählt, worauf Carinus an der Spitze eines Heeres gegen dennunmehr Diocletianus heißenden Kaiser zu Felde zog und beiMargus (Ort und Fluß in Serbien ) die Truppen des Diocletia-nus schlug, aber von einem seiner eigenen Kriegsobersten getötetwurde (Mai 285) worauf beide Heere den Diocletianus als allei-nigen Kaiser ausriefen.

Diocletianus machte aus der Reichsregierung eine orienta-lische Despotie, trug und benahm sich dementsprechend persön-lich in Purpur und mit Diadem, nahm kaum Interesse an derStadt Rom , wo er nur einmal (303) und für kurze Zeit war, undresidierte vielmehr während der 20 Jahre seiner Regierung inKleinasien in der Stadt Nicomedia (Bithynien ). Die Reichs-verwaltung verwandelte er vollkommen. Das Gebiet wurde in101 Provinzen, welche auf 12 Dioecesen verteilt waren, einge-teilt. Das ganze Reichsgebiet aber teilte er in vier Monarchienüber denen er als Oberkaiser stand.